Die Bischofskapelle Sant'Egidio, die bereits der 1473 unterdrückten gleichnamigen Abtei der Cluniazenser angegliedert war, ist eine katholische Kultstätte, die sich im Bezirk Fontanella in der Gemeinde Sotto il Monte Giovanni XXIII in der Provinz Bergamo befindet. Die Kirche, die bis 1998 eine Pfarrei war, ist derzeit Sitz des gleichnamigen Bistums, das zur Diözese Bergamo gehört. Dort liegt Kardinal Loris Capovilla, der Sekretär von Giovanni XXIII., begraben. Die Kapelle Sant'Egidio ist ein Beispiel für die romanische Architektur Bergamos, die auch in der nahe gelegenen Rotunde von San Tomè di Almenno San Bartolomeo zum Ausdruck kommt. Das Gebäude hat eine basilikale Struktur mit drei Schiffen, die durch zwei Reihen von Rundbögen getrennt sind, die auf Steinsäulen mit skulptierten Kapitellen ruhen; sowohl das Hauptschiff als auch das Mittelschiff sind mit Holzbindern bedeckt, mit Ausnahme des letzten Bereichs (ein Bereich, in dem sich der Glockenturm mit quadratischem Grundriss über das Mittelschiff erhebt). An der Rückwand des Kirchenschiffs, über dem Apsisbogen, befindet sich ein wertvolles hölzernes Kruzifix von Pietro Bussolo (1515). Jedes Kirchenschiff endet mit einer halbkreisförmigen Apsis, in der rundbogige, einbogige, einbogige Fenster zu sehen sind: die mittlere Apsis ist größer als die beiden seitlichen und weist im Becken ein Renaissancefresko auf, das Jesus Pantokrator darstellt, der zwischen den Symbolen der Evangelisten thront. Die rechte Apsis wurde 1574 vollständig von Christopher I. Baschenis mit dem heiligen Rochus zwischen den Heiligen Ägidius und Sebastian in der Mitte der Wand, Szenen aus dem Leben des heiligen Rochus auf beiden Seiten und Gott dem segnenden Vater und den Engeln im Becken freskiert. Im Becken der linken Apsis, das als Aufbewahrungsort des Allerheiligsten Sakraments dient, befindet sich eine Klage über den toten Christus, während an den Wänden Szenen aus dem Leben des heiligen Abtes Antonius zu sehen sind. Weitere Fresken befinden sich an den Seitenwänden, darunter Heilige und eine Pietà im linken Seitenschiff und eine Madonna mit Kind im rechten Seitenschiff. Das dreischiffige Gebäude gipfelt außen in drei leicht verzierten Apsiden. An den Innenwänden befinden sich Reste von Fresken aus dem 15. und 16. Jahrhundert, die noch immer perfekt lesbar sind, auch wenn die dargestellten Figuren unsicher sind.