Am Ufer des Mittelmeers erhebt sich Fort Qaitbey, ein Zeugnis der Geschichte Ägyptens und ein Symbol für die Widerstandsfähigkeit Alexandrias. Obwohl es an der Stelle des einstigen Pharos-Leuchtturms steht, der als eines der sieben Weltwunder der Antike bekannt war, hat das Fort seine eigene faszinierende Geschichte zu erzählen.
Die Ursprünge des Forts gehen auf das Jahr 1480 zurück, als es vom Sultan Al-Ashraf Sayf al-Din Qaitbey erbaut wurde, um die Stadt gegen Bedrohungen aus dem Mittelmeer zu verteidigen. Der Sultan war ein Mamluken-Herrscher, dessen Vision es war, Alexandria vor den zunehmenden Angriffen der Osmanen zu schützen. Er ließ das Fort aus den Trümmern des Pharos-Leuchtturms errichten, der durch ein Erdbeben im 14. Jahrhundert zerstört worden war. Seine strategische Lage am Osthafen war entscheidend, um die Handelswege und die Sicherheit der Küste zu gewährleisten.
Architektonisch beeindruckt Fort Qaitbey durch seine robuste Bauweise. Die massiven Mauern und der zentrale Turm sind Beispiele für die militärische Architektur der Mamluken-Ära, die sowohl Funktionalität als auch Robustheit verkörpern. Der Baustil ist von islamischen und doch pragmatischen Elementen geprägt, mit klaren Linien und einer beeindruckenden Symmetrie. Innerhalb der Festung finden sich keine herausragenden Kunstwerke, doch die Architektur selbst ist ein Kunstwerk, das durch seine schlichte, aber mächtige Präsenz besticht.
Alexandria, die Stadt, die Fort Qaitbey umgibt, ist ein Schmelztiegel der Kulturen. Die Einflüsse der alten Griechen, Römer und Ägypter fließen hier zusammen und prägen die lokale Kultur. Besondere Feste wie das Moulid al-Nabi, die Feier zur Geburt des Propheten Mohammed, sind tief in den Traditionen der Stadt verwurzelt. Ein weiteres kulturelles Highlight ist das jährliche Alexandria Film Festival, das die kreative Vielfalt der Stadt feiert und Künstler aus der ganzen Welt anzieht.
Die Gastronomie Alexandrias spiegelt die Vielfalt der Einflüsse wider. Typische Gerichte sind Molokhia, ein grünes Blattgemüse, das oft mit Huhn oder Kaninchen serviert wird, und Samak Mashwi, ein gegrillter Fisch, der frisch aus dem Mittelmeer gefangen wird. Die reichhaltigen Aromen der ägyptischen Küche sind in den Straßen der Stadt allgegenwärtig, und ein Besuch in einem der traditionellen Cafés, um einen starken Türkischen Kaffee zu genießen, ist ein Muss.
Neben den bekannten Attraktionen bietet Fort Qaitbey auch einige weniger bekannte Kuriositäten. So gibt es Geschichten über geheime Tunnel, die angeblich unter der Festung verlaufen und als Fluchtwege dienten. Während der Besichtigung kann man auch einige der antiken Kanonen entdecken, die entlang der Festungsmauern aufgestellt sind und an die einstige militärische Bedeutung des Ortes erinnern.
Für Besucher ist der optimale Zeitpunkt, um Fort Qaitbey zu besichtigen, der Frühling oder Herbst, wenn das Wetter angenehm mild ist. Früh am Morgen oder am späten Nachmittag ist die beste Zeit, um die Festung zu erkunden und den Menschenmassen zu entgehen. Beim Rundgang sollte man besonders auf die Panoramablicke achten, die sich von den Mauern auf das Meer und die Stadt bieten. Die Nähe zum Bibliotheca Alexandrina, einem weiteren kulturellen Highlight, macht es leicht, beide Sehenswürdigkeiten an einem Tag zu erleben.
Fort Qaitbey ist mehr als nur ein historisches Bauwerk; es ist ein lebendiges Stück der Geschichte Ägyptens, das die bewegte Vergangenheit Alexandrias in sich trägt. Ein Besuch ist eine Reise durch die Zeit, die die Bedeutung und den Einfluss dieser bemerkenswerten Stadt am Mittelmeer verdeutlicht.