Der Aldeyarfoss ist einer der schönsten Wasserfälle Islands und befindet sich im nördlichen Hochland im Fluss Skjálfandafljót. Er ist zwanzig Meter hoch und stürzt in eine wunderschöne blaue Lagune. Er ist vor allem für seine umgebende Geologie bekannt, da sich auf beiden Seiten Reihen von sechseckigen Basaltsäulen befinden, die nur an wenigen Orten auf der Welt zu finden sind.
Diese Säulen sind so perfekt geformt und symmetrisch, dass sie wie von Hand geschnitzt wirken. Sie lassen sich jedoch durch die Physik erklären.
Als vor Jahrhunderten bei einer Eruption am Aldeyarfoss Lava die Felswände hinunterfloss, kühlte die der Luft ausgesetzte äußere Lava schneller zu festem Gestein ab als die darunter liegenden Schichten. In diesem Fall bewegte sich die Lava so, dass sie auf einer ebenen Fläche schnell und mit der gleichen Geschwindigkeit abkühlte.
Dies führte dazu, dass sich die Lava gleichmäßig über ihre Oberfläche zu zylindrischen Säulen zusammenzog, die aufgrund des unterschiedlichen Drucks im Gestein in die hexagonalen Strukturen einbrachen. Diese Basaltsäulen findet man an verschiedenen Orten in Island, wie etwa entlang des Gerðuberg auf der Snæfellsnes-Halbinsel und an den Klippen im Dorf Hofsós. Der einzige andere leicht zugängliche Wasserfall mit ihnen ist jedoch der Svartifoss im Naturreservat Skaftafell in der südöstlichen Ecke des Landes. Am Aldeyarfoss sind die Säulen farblich vielfältiger als ihre schwarzen Pendants am Svartifoss, mit gelben und roten Schattierungen, die durch den Schwefel und das Eisen, die bei der Eruption hochgeschleudert wurden, entstehen.