Der historische Sitz des Archäologischen Museums von Platina wurde vor kurzem um einen neuen Flügel erweitert. Dieser befindet sich im Gerolamini-Kloster, in dem auch das Rathaus untergebracht ist, in einem kürzlich renovierten Gebäude, das der Stiftung Myriam und Pierluigi Vacchelli gehört. Das 1970 für das Publikum eröffnete Museum wurde geschaffen, um den außerordentlichen archäologischen Reichtum des Gebietes von Piacenza und Casalasco zu zeigen, das bereits im 19. Jahrhundert für eine Reihe wichtiger Entdeckungen bekannt war. Seitdem sind die Sammlungen dank der zahlreichen Ausgrabungskampagnen, die von der Oberaufsicht, den Universitäten und Museen auf dem Territorium durchgeführt wurden, bereichert worden. Die Ausstellung reicht vom Jungpaläolithikum bis zum Hochmittelalter. Die dem Altneolithikum (VI. Jahrtausend v. Chr.) gewidmete Abteilung ist besonders reichhaltig, vor allem dank der Ausgrabungen von Campo Ceresole, einer typischen Siedlung der Vho-Kultur. Unter den zahlreichen dort gefundenen Materialien erinnern wir an die berühmte zweiköpfige Statuette. Die Kupferzeit wird durch Bestattungen in geduckter Haltung dargestellt. Viel Platz ist den großen Siedlungen der Bronzezeit (2. Jahrtausend v. Chr.) gewidmet, wie z. B. der Pfahlbausiedlung der Lagazzi del Vho, die kürzlich in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wurde. Die römische Zeit ist gut dokumentiert durch außergewöhnliche Einzelfunde, wie die monumentale Stele von Tornata und die reiche Sammlung von Materialien aus Bedriacum in der Gemeinde Calvatone. Von hier stammt das berühmte Mosaik des Labyrinths, Emblem eines Fußbodens des gleichnamigen Domus.