Basilique de St-Denis, die bedeutendste Kirche Frankreichs, der Geburtsort der Gotik. Die heutige Basilika wurde ab 1136 von Baumeistern im Auftrag des Abtes Sauger, einem Freund und Berater der Monarchen, aus einem einzigen Turm errichtet. Bei der Einweihung der Kirche machten die Westfassade und der sehr hohe, lichtdurchflutete Chor einen solchen Eindruck auf die anwesenden Bischöfe, dass Frankreich im nächsten halben Jahrhundert mit großen gotischen Kathedralen nach dem Vorbild von Saint Denis gefüllt wurde, darunter auch die Kathedrale von Chartres. Im Juni findet in der Basilika das Saint-Denis Festival mit Konzerten klassischer und Chormusik statt. Im Inneren der Kirche ist die Hauptattraktion die Nekropole. In Saint-Denis wurden nämlich nicht nur französische Könige gekrönt, sondern auch Herrscher begraben, und zwar 1200 Jahre lang, von Adgobert I., der von 629 bis 639 regierte, bis zu Ludwig XVIII. Die Nekropole ist auch dank des prächtigen doppelten Ambulatoriums mit dem revolutionären Kreuzgewölbe, das von den Glasfenstern der Basilika beleuchtet wird, sehr eindrucksvoll. Zu den eigenartigsten Gräbern gehören die von Karl V., dem ersten König, der noch zu Lebzeiten ein Grabbild geschnitzt bekam, das neben seiner Frau Johanna von Bourbon ruht, von Ludwig XVI. und Marie Antoinette, die im Gebet knien, von Chlodwig I., dem König, der die Römer aus Gallien vertrieb, von Heinrich II. und Katharina de' Medici, die in einem kleinen klassizistischen Tempel begraben sind, der von Statuen des knienden Paares überragt wird, und von Ludwig XII. und Anna von der Bretagne.