Das archäologische Gebiet enthält ein wichtiges Bundesheiligtum in Lucania, das in einem Waldgebiet in der Nähe einer Quelle liegt und Mefite gewidmet ist, einer Osca-Göttin, die sich durch die Kraft des Wassers zur Heilung auszeichnet. Im 2. Jahrhundert v. Chr. erfuhr der Sakralbereich eine imposante Umstrukturierung, die mit der römischen Präsenz auf dem Territorium zusammenhing, und blieb bis in die erste Hälfte des 1. Jahrhunderts n. Chr. aktiv. Die darin gefundenen zahlreichen Inschriften, die in Osca-Sprache verfasst sind, dokumentieren eine starke Identitätskonnotation der lukanischen Gemeinschaft. Der Sakralkomplex besteht aus einem Kirchhof, einer großen Fläche, die mit großen unregelmäßigen Kalksteinplatten gepflastert ist, in deren Mitte sich der sogenannte "Altar" befindet. Rund um den Kirchhof gibt es eine Reihe von Räumen, die Spuren der Umstrukturierung und Monumentalisierung der römischen Zeit tragen. Im Mittelpunkt steht die Rolle des Wassers, ein mit der lukanischen Gottheit verbundenes Element, als Symbol für Reinigung, Fruchtbarkeit und Reichtum; auf dem Kirchhof befindet sich der Abflusskanal für das aufgefangene Quellwasser, das zum heiligen Bereich geleitet wird. Bedeutsam sind auch die hydraulischen Arbeiten der römischen Epoche für den Wasserabfluss, die einige der Umgebungen außerhalb des Kirchhofes charakterisieren. Jüngste Untersuchungen des Amtes für archäologisches Erbe der Basilikata ermöglichten ein besseres Verständnis der lukanischen Epoche mit der Entdeckung einer großen Mauer, die den heiligen Bereich zum Tal hin begrenzte und in einer der nachfolgenden Phasen der Monumentalisierung und Umstrukturierung des heiligen Bereichs aufgrund der ständigen Erdrutsche, die das Gebiet seit der Antike heimgesucht haben, ausgelöscht wurde.