Das Casa del Fascio vor dem Dom von Como ist ein Werk des italienischen faschistischen Architekten Giuseppe Terragni. Es wurde als Hauptquartier der lokalen faschistischen Partei erbaut, nach dem Krieg in Casa del Popolo umbenannt und dient seither einer Reihe von städtischen Einrichtungen, darunter eine Karibinieri-Station und ein Finanzamt. Der Halbkubus der Casa del Fascio ist ein perfektes Quadrat und halb so hoch wie seine Breite von 110 Fuß und stellt den Höhepunkt der strengen rationalen Geometrie dar. Das Gebäude, das wie ein riesiger Zauberwürfel aussieht, ist ein ernsthaftes Spiel mit der architektonischen Logik. Jede der vier Fassaden des Gebäudes ist anders, was auf die innere Aufteilung hinweist und ein rhythmisches Gleichgewicht zwischen offenen und geschlossenen Räumen schafft. Auf jeder Seite mit Ausnahme der Südostfassade, an der sich die Haupttreppe befindet, werden die Fenster und die äußeren Schichten des Gebäudes so eingesetzt, dass das innere Atrium zum Ausdruck kommt. Der Eingang öffnet sich auf die zentrale Halle, eine Art überdachter Innenhof, über dem sich das Direktorium, die Büros und die Treppenabsätze befinden. Das Licht strömt in einzelnen Strahlen ein, die sich dort, wo die Räume es erfordern, vergrößern. Das Gefühl der Enge wird durch den Einsatz von Licht überwunden, das, ständig kontrolliert und angepasst, dem Innenraum Kontinuität verleiht und gleichzeitig die Beziehung zwischen Innen und Außen stärkt.
Terragni hat auch das Mobiliar entworfen: Stühle, Sessel und Regale, aber auch Details wie Geländer, Türen, Fenster und Fensterläden, Treppen und Bäder. Das Ergebnis ist ein Unikat, bei dem jedes Detail ein architektonisches Element ist, das am Leben des Ganzen teilnimmt, das Muster eines Tisches ist dasselbe wie das des Gebäudes. Die Möbel sind so gestaltet, dass sie reproduziert werden können, und das ist für die damalige Zeit etwas Neues: Bis dahin hatten die Architekten und Designer hauptsächlich Innenräume von Häusern entworfen. Hier werden Objekte aus Nussbaum, Eiche, Buche oder Kiefer mit Platten aus grauem, grünem, weißem, schwarzem und blauem Opalglas kombiniert.
Mario Radice wurde mit der Gestaltung des Kronleuchters im Empfangsraum des ersten Stocks und einiger Tafeln mit Bildern der politischen Propaganda beauftragt, die heute verloren sind.
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