Der Folklore zufolge glaubte das indigene Volk der Mapuche in Chile, dass die Geister der Verstorbenen auf die Mocha-Insel gebracht wurden. Das winzige, tropfenförmige Eiland liegt etwa 35 km vor der zentralchilenischen Pazifikküste und seine dunkelgrünen Hänge sind vom Festland aus gut sichtbar. Aber Mocha ist alles andere als einfach zu erreichen. Es gibt weder Passagierfähren noch öffentliche Bootsverbindungen. Die einzige Möglichkeit, die gebirgige, 48 Quadratkilometer große Insel zu erreichen, ist ein sechssitziges Propellerflugzeug vom Fischerdorf Tirua auf dem Festland. Wenn man auf die windgepeitschte Landebahn tritt, könnte Mocha kaum abgelegener wirken. Doch hinter der relativen Abgeschiedenheit und Ruhe von Mocha verbergen sich Jahrhunderte des Handels, der Konflikte und des Aufruhrs. Piraten sind gekommen und gegangen, Boote sind auf Grund gelaufen, und die Insel wurde vom Meer und seinen vielen Schiffswracks geprägt.