Das Cuvilliés-Theater, eines der schönsten und berühmtesten Rokoko-Theater Europas, befindet sich im monumentalen Komplex der Residenz, dem Königspalast von Monaco. Ihr Ursprung geht auf das Jahr 1750 zurück, als Maximilian Joseph III., der Kurfürst von Bayern, beschloss, für den Münchner Hof ein neues Opernhaus, das "Neue Opernhaus", errichten zu lassen. Mit der Vorbereitung des Projekts wurde der Architekt François Cuvilliés beauftragt. Anfang Juli 1751 begannen die Arbeiten mit der Grundsteinlegung. Der Architekt Cuvilliés leitete das Werk mit der Unterstützung seines 19-jährigen Sohnes, der Hofmannschaft und des italienischen Bühnenbildners Gianni Paolo Gaspari.
Ende Juli 1752 sind die Bauarbeiten in vollem Gange, die Verlegung des Schrägdachs ist im Gange, und es wird eine Party organisiert. Unmittelbar danach beginnt die Arbeit im Inneren, das Einsetzen der Holzböden, der Strukturen der Kisten, ebenfalls aus Holz, garniert mit Putten, Säulen, Hermen, Vorhängen, Rocaille und Balustraden: ein Triumph des Rokoko! Die Arbeit wurde über ein Jahr lang in den Werkstätten der Tischler- und Bildhauermeister fortgesetzt, um die nach den Zeichnungen der Cuvilliés entstandenen Friese zu realisieren. In denselben Werkstätten wird die Farblackierung der plastischen Teile sowie die Marmorierung der Säulen durchgeführt. Holz wird verwendet, da es eine ausgezeichnete musikalische Resonanz bietet. Die Decke, die von Dominikus Zimmermann mit Fresken bemalt wurde, stellte ein mythologisches Thema zu Ehren von Merkur und Minerva dar. Am 12. Oktober 1753, anlässlich des Namenstages des Kurfürsten Maximilian Joseph III., wurde das neue Theater mit der italienischen Oper "Cato in Utica" nach einem Libretto von Pietro Metastasio und Musik von Giovanni Ferrandini eingeweiht. Der Prinz besucht die Aufführung in Ekstase mit seiner Gattin, die auf der prächtigen Ehrenbühne sitzt, überragt von seinen Initialen und der von zwei Cherubim getragenen Fürstenkrone. Das Theater wird von mehr als 1.300 Kerzen beleuchtet, die auf Wandleuchtern und Kristalllüstern angebracht sind.