Die Geschichte des berühmtesten Diamanten der Welt ist eng mit der Geschichte der britischen Krone verbunden. Der Historiker William Dalrymple bezieht sich dabei auf Koh-i Noor, den Namen des Edelsteines. Das kostbare Juwel, das wegen seiner 105.602 Karat auch Berg des Lichts genannt wird, gelangte 1849 bei der Eroberung der indischen Region Punjab durch das damalige britische Empire in die Hände von Königin Victoria. Schon bald schmückte der Edelstein die königliche Krone und wurde Teil der Juwelen, die im Tower of London feierlich aufbewahrt wurden. Doch der Besitz des Diamanten ist bis heute umstritten. Zu den Anspruchsberechtigten gehören Indien, Iran, Afghanistan und Pakistan. Über seinen Ursprung ist wenig bekannt. Einige glauben, dass es um 1300 in einem Flussbett in Indien gefunden wurde, andere, dass es aus der Kollur-Mine gewonnen wurde. So kam es, dass sie zum Objekt der Begierde der größten Herrscher wurde. Jahrhundertelang ging es unter den indischen Moguln, Iranern, Afghanen und Sikh-Gemeinschaften von Hand zu Hand. Die Legende besagt, dass ein Mann, der den Edelstein besäße, der Herrscher der Welt wäre, aber großes Unglück erleiden würde. Wenn eine Frau es besäße, würde sie sich sehr glücklich schätzen. Nach den frühesten historischen Aufzeichnungen befand sie sich in den Händen des Mogulherrschers Muhammad Babur, der sie 1526 als Friedensangebot erhielt, als er in Delhi einfiel und es eroberte. Einige Jahre später erkrankte sein Sohn Humayun und, wiederum der Legende nach, wurde Babur vor dem schlechten Schicksal des Diamanten gewarnt, wollte dem aber keinen Glauben schenken, bis er, verzweifelt um seinen Sohn, darum bat, den Diamanten im Austausch gegen sein eigenes Leben zu retten. So geschah es: Humayun erholte sich von seiner Krankheit, während sich Baburs Gesundheitszustand verschlechterte, was zu seinem Tod im Jahr 1530 führte.