Das Schloss von Pissignano ist ein typisches Beispiel für eine Hügelburg, die das Tal dominiert, gleich oberhalb des Tempels und der Clitunno-Quellen. Da die Burgen an den Hängen der Hügel entstanden sind, hat sie eine dreieckige Form mit dem hohen Gipfel und dem schlanken Turm, unter dem sich ein weiterer, fünfeckiger Turm befindet, der in der Vergangenheit als Pfarrturm diente. Die Häuser sind terrassenförmig angeordnet, was die mittelalterliche Prägung beeinträchtigt und noch heute bewahrt. Unter ihnen sind die Überreste eines Gebäudes, das einst die Residenz der Feudalherren war, sehr interessant. Die Burg wurde in den XI. und XII. Jahren erbaut, als eine Benediktinergemeinschaft beschloss, den kleinen Wohnkern des Gebietes mit Mauern zu umgeben. Die eigentliche Verteidigungsstruktur selbst ist jedoch dem deutschen Baron Sancho zu verdanken, der nach Kaiser Konrad II. (990-1039) nach Italien kam. 1571 wurde in Pissignano der Sitz des päpstlichen Amtes eingerichtet. Leider wurde das Schloss im Juni 1799 von französischen Truppen verwüstet, die die gesamte Gemeinde plünderten und alles, was sich in der Kirche San Sebastiano befand, mitnahmen. Seit 1860 ist es Teil der Gemeinde Campello sul Clitunno und war während der faschistischen Zeit Standort eines Konzentrationslagers.