Der Jungfernstieg ist eine Straße am Südufer der Binnenalster im Zentrum Hamburgs. Er verläuft von der Reesendammbrücke bis zum Gänsemarkt und ist die erste Straße in Deutschland, die gepflastert wurde (1838). Ursprünglich als Reesendamm zum Aufstauen der Alster 1235 unter Graf Adolf IV. von Schauenburg und Holstein angelegt, war er der Standort der oberen Mühle. Einer der Eichenpfähle, aus denen der Damm gebaut wurde, wurde von Richard Luksch in eine Skulptur verwandelt, die auf dem Bahnsteig der U1 zu sehen ist und an die Opfer eines Wasserlecks beim Bau dieser Station in den 1930er Jahren erinnert. Der Jungfernstieg war die erste Straße Deutschlands, die bereits 1838 gepflastert wurde. Nach dem Großen Brand 1842 wurde eine Regulierung der Alster vorgenommen, deren Hauptabfluss durch einen alten Graben unter der Reesendammbrücke von der Kleinen Alster zu den Alsterarkaden geführt wurde, während der alte Abfluss durch die heutige Nikolaifleet verlief. Die Südseite des Jungfernstieges wurde wieder aufgebaut. Von 1843 bis 1881 befand sich die erste große Einkaufspassage, der Sillem's Bazar, am Jungfernstieg. Die Straße erhielt ihren Namen nach einem bürgerlichen Ritus: Auf dem Boulevard gingen die Familien am Sonntag mit ihren unverheirateten Damen, den Mägden, spazieren.