Der Name der Stadt Rieti wird traditionell mit der Bezeichnung "Zentrum Italiens" in Verbindung gebracht: Die Römer identifizierten den Mittelpunkt unserer Halbinsel auf der Piazza San Rufo, wo ein besonderes Monument steht, das die Einwohner der sabinischen Hauptstadt wegen seines runden Aussehens, das an das Profil eines Käselaibs erinnert, als "caciotta" zu bezeichnen pflegen. Das Werk entstand an der Wende der 1980er und 1990er Jahre im Rahmen der Städtepartnerschaft zwischen Rieti und der georgischen Hauptstadt Tblisi. Die "Caciotta" scheint dem Sockel einer Säule zu ähneln und trägt auf ihrer Oberfläche das Motiv der italienischen Halbinsel, begleitet von der Inschrift "Umbilicus Italiae", die sich entlang der halbkreisförmigen Form des Denkmals selbst erstreckt.
Ein umstrittenes Zentrum - Die "Caciotta" auf der Piazza San Rufo erhebt sich zum greifbaren Zeichen des umstrittenen Primats über das geografische Zentrum Italiens: Die Zeugnisse der Literaten Marcus Terentius Varro, Dionysius von Halicarnassus und Vergil haben der Stadt über Jahrhunderte hinweg die unbestrittene Rolle des "Umbilicus Italiae" zugewiesen, doch der wissenschaftliche Fortschritt hat den Weg für die unterschiedlichsten Diskussionen über die tatsächliche Gültigkeit dieser geografischen Besonderheit geebnet. Das Istituto Geografico Militare (Militärgeographisches Institut) hat der Stadt Narni in der Provinz Terni den Vorrang eingeräumt: Die unterschiedlichen Messkriterien haben auch Foligno, Orvieto, Monteluco und sogar einen Parkplatz in Torre Spaccata, einem Vorort von Rom, in den Streit einbezogen.
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