Der Turm des Schweigens in Mumbai ist ein stilles Zeugnis einer uralten und faszinierenden Tradition, die tief in der Geschichte der Zoroastrier verwurzelt ist. Diese kreisförmigen, erhöhten Bauwerke, auch als Dakhma bekannt, sind ein zentraler Bestandteil der zoroastrischen Bestattungskultur, die sich durch eine einzigartige Methode der Leichenentsorgung auszeichnet: die Exkarnation.
Die Geschichte der Zoroastrier reicht weit zurück. Bereits in den Erzählungen des griechischen Historikers Herodot aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. wird die Praxis der Leichenenthüllung beschrieben. Die Zoroastrier, deren Religion auf den Lehren des Propheten Zarathustra basiert, betrachten Erde, Wasser und Feuer als heilig. Aus diesem Grund vermeiden sie die Verunreinigung dieser Elemente durch den Kontakt mit toten Körpern und nutzen stattdessen Türme des Schweigens, um die Toten den Elementen und Aasfressern auszusetzen.
Architektur und Kunst dieser Türme sind schlicht und funktional, aber dennoch von großer Bedeutung. Typischerweise bestehen sie aus Stein und haben einen flachen, kreisförmigen Boden, der in mehrere konzentrische Ringe unterteilt ist. In der Mitte befindet sich ein Brunnen, in den die Überreste nach der Verwesung fallen. Die Architektur ist nicht nur ein Ausdruck religiöser Überzeugungen, sondern auch ein Beispiel für den respektvollen Umgang mit der Natur.
Kulturell ist der Turm des Schweigens ein integraler Bestandteil der zoroastrischen Gemeinschaft in Mumbai. Diese Tradition wird besonders während des Todfestivals Gahambar spürbar, einem der sechs Gahambars, das der Erinnerung an die Verstorbenen gewidmet ist. Es ist eine Zeit der Besinnung und des Gedenkens, die von Gebeten und Gemeinschaftsmahlzeiten begleitet wird.
Kulinarisch bietet Mumbai eine reiche Palette an Parsi-Gerichten, die tief in der zoroastrischen Kultur verwurzelt sind. Zu den typischen Speisen zählen Dhansak, ein Linsengericht mit Fleisch, und Patra ni Machhi, Fisch in Bananenblättern gedämpft. Diese Gerichte sind ein Muss für jeden, der die kulinarische Vielfalt der Stadt erleben möchte.
Ein wenig bekanntes Detail über die Türme des Schweigens ist ihre Lage inmitten von Grünflächen auf dem Malabar Hill, einem der wohlhabendsten Viertel Mumbais. Diese abgeschiedene Umgebung bietet nicht nur Schutz, sondern auch eine meditative Atmosphäre, die Besucher oft überrascht. Ein weiteres Kuriosum ist der strenge Zugang: Nur Zoroastrier dürfen die Türme betreten, was ihre mystische Aura für Außenstehende bewahrt.
Für Besucher bietet sich die beste Gelegenheit, die zoroastrische Kultur während der kühleren Monate von November bis Februar zu erleben, wenn das Wetter angenehm ist. Es ist ratsam, sich respektvoll zu kleiden und die Privatsphäre der zoroastrischen Rituale zu wahren. Das nahegelegene Doongerwadi, das Gelände der Türme, ist von außen sichtbar und bietet einen eindrucksvollen Blick auf die Skyline Mumbais.
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