Die im 6. Jahrhundert erbaute Abtei von Montecassino befindet sich auf dem Gipfel des Berges, etwa 520 Meter über dem Meeresspiegel. Der unglaubliche Aussichtspunkt hat gleichzeitig die Abtei geschützt und ihren Untergang bewiesen. Die um 529 n. Chr. vom Benediktinerorden erbaute Abtei wurde viele Jahre später während des Zweiten Weltkriegs zum Mittelpunkt der Weltöffentlichkeit, als sie sich zu einer wichtigen Verteidigungsposition der deutschen Armee entwickelte. Im Jahr 1944 versuchten die Alliierten, Italien von den Besatzungstruppen der Nazis zu befreien, wurden aber durch eine Reihe von deutschen Festungen, darunter die Gustav-Linie, deren Herzstück Montecassino war, vereitelt. Am 15. Februar 1944 beschlossen die frustrierten alliierten Armeen, die Abtei zu bombardieren, da sie glaubten, sie würde von den Verteidigungskräften als Deckung benutzt.
Die Abtei wurde fast vollständig zerstört, doch die Zerstörung führte nicht zum Zusammenbruch der Verteidigung, und die Kämpfe wüteten weitere drei Monate lang. Am 18. Mai 1944, nach vier Monaten und einem Tag furchteinflößender Kämpfe in dem Gebiet, in dem die darunter liegende Stadt vollständig dem Erdboden gleichgemacht wurde, gelang den Alliierten der Durchbruch, jedoch unter dem Preis von Hunderten von Menschenleben, darunter 230 Zivilisten, die sich in der Abtei versteckt hatten, als sie bombardiert wurde.
Unglaublicherweise wurde die Abtei 1964 Ziegel für Ziegel und Stein für Stein wieder aufgebaut und ist seitdem von verschiedenen Päpsten geweiht worden. Die Abtei, wie sie heute zu sehen ist, ist ein wunderschönes Beispiel italienischer Architektur und zieht jedes Jahr Tausende von Besuchern aus der ganzen Welt an.