Die Basilika von Superga, die sich auf dem Gipfel eines Hügels erhebt, von dem sie ihren Namen hat, ist der Madonna delle Grazie gewidmet, deren Holzstatue in der Kapelle der Votivkirche aufbewahrt wird. Auf dem Hügel befand sich seit 1461, also lange vor dem Bau der Basilika, eine kleine Kirche, Gemeinde für die Gläubigen des Ortes. Damals war der Hügel "ein spitzer Berg und an seinem Ende eine Kirche mit drei Altären, die sich an derselben Stelle befand, an der sich jetzt die Kirche der Königlichen Kongregation von Superga befindet, aber an höherer Stelle", die der Madonna, aber auch S. Antonio und S. Grato geweiht war. Sie wurde von Filippo Juvarra in den Jahren 1717-1731 erdacht und realisiert. Sie ist der Geburt Mariens gewidmet und beherbergt die Gräber des Hauses Savoyen. Der Überlieferung nach wurde sie von Vittorio Amedeo II. errichtet, um ein Gelübde zu erfüllen, das er nach seinem Sieg über die Franzosen im Jahr 1706 ablegte. Die Wahl des Ortes, der optisch mit dem königlichen Palast von Rivoli verbunden ist, sollte die nach dem Vertrag von Utrecht (1713) erworbene Königswürde des Hauses Savoyen unterstreichen. Die Kirche mit rundem Grundriss wird von der 75 Meter hohen Kuppel dominiert und von zwei 60 Meter hohen Glockentürmen flankiert. Ein imposanter Pronaos mit acht korinthischen Säulen ist der Fassade vorgelagert. Im Inneren sorgen die Stuckverzierungen und der Marmor der Altäre und des Bodens für spektakuläre Lichteffekte. Der Hochaltar, dessen Rahmen von Filippo Juvarra entworfen wurde, wird durch ein Marmorbasrelief von Bernardino Cametti bereichert, das an die glorreiche Schlacht um die Befreiung Turins erinnert. Gemälde und Skulpturen von Beaumont, Sebastiano Ricci, Carlo Antonio Tantardini, Bernardino Cametti und Agostino Cornacchini schmücken die Seitenkapellen. Im Inneren der Kapelle des Gelübdes befindet sich, wie bereits erwähnt, dieselbe hölzerne Madonnenstatue, an die sich König Vittorio Amedeo II. wandte, um sein Gelübde zu verkünden. Der Sarg des Königs befindet sich in der Königlichen Krypta, die man von der linken Seite der Basilika aus erreichen kann. An diesem gleichen Ort, der prächtig im Barockstil dekoriert ist, ruhen traditionell weitere Mitglieder der Familie Savoyen. Die Basilika von Superga ist auch traurige Berühmtheit für ein Ereignis, das die Turiner Fußballmannschaft im Jahr 1949 heimsuchte. Gegen seine Wand prallte in jenem Jahr nämlich das Flugzeug der Mannschaft des Grande Torino, dessen Besatzung beim Aufprall ihr Leben verlor. Der Platz vor der Basilika bietet einen spektakulären Panoramablick auf die ganze Stadt Turin.