Die Säulen des Großen Tempels von Kom Ombo sind ein herrlicher Anblick, wenn man vom Fluss her kommt. Den Göttern Sobek und Haroeris geweiht, vermitteln die fein geschnitzten Reliefs des Tempels einen Eindruck von der Bedeutung dieser Gegend als Hauptstadt gegenüber der umliegenden Region während der ptolemäischen Epoche. Heute mag Kom Ombo ein verschlafenes, von Zuckerrohrfeldern umgebenes landwirtschaftliches Hinterland sein, aber seine erstklassige Lage am Nil machte es einst zu einem der wichtigsten Zentren Oberägyptens. Der Tempel von Kom Ombo ist ein ungewöhnlicher Doppeltempel, der während der ptolemäischen Periode, die von 108 bis 47 v. Chr. dauerte, errichtet wurde: Er ist entlang der Hauptachse vollkommen symmetrisch und hat zwei Eingänge, zwei verbundene Hypostyl-Säle mit den Reliefs zweier Götter auf beiden Seiten einer Säule, zwei Kammern und zwei Heiligtümer. Die östliche Hälfte des Tempels war dem Krokodilgott Sobek (Gott des Nils und Schöpfer der Welt), seiner Frau Hathor und ihrem Sohn Khonsu gewidmet.