Die Figur des Alexis Sorbas in Nikos Kazantzakis' berühmtem Roman "Sorbas der Grieche" wurde tatsächlich von einer realen Person, George Sorbas, inspiriert. Sorbas war ein Bergarbeiter, mit dem Kazantzakis eine enge Freundschaft verband. Entgegen der landläufigen Meinung fanden ihre Freundschaft und die Ereignisse, die das Buch inspirierten, nicht auf Kreta statt, sondern in Mani, einer Region auf dem Peloponnes in Griechenland, in den Jahren 1917-1918.
Kazantzakis wurde von Zorbas' Lebensphilosophie, seiner Liebe zum Tanz, zur Musik und zu den einfachen Freuden des Lebens tief beeinflusst. Diese überlebensgroße Figur verkörperte eine Art ungehemmte Lebensfreude, die in krassem Gegensatz zu Kazantzakis' eigener, eher intellektueller und introspektiver Natur stand.
Die gemeinsamen Erfahrungen des Duos betrafen den Bergbau, aber es war mehr als nur eine Geschäftsbeziehung; es war eine tiefe Freundschaft, die es Kazantzakis ermöglichte, philosophische Fragen über den Sinn des Lebens, der Freiheit und des Todes zu erkunden. Diese Beziehung war so einschneidend, dass sie Kazantzakis dazu veranlasste, eines seiner berühmtesten Werke zu schreiben, das später in dem beliebten Film mit Anthony Quinn in der Rolle des Sorbas verfilmt wurde.
Auch wenn die Figur des Sorbas in der populären Vorstellungswelt ein Eigenleben entwickelt hat, was zum Teil dem Buch und dem Film zu verdanken ist, so beruhte sie doch auf einer realen Person und einer echten Freundschaft, die Kazantzakis tief geprägt hat.
Der Schauplatz mag nicht Kreta gewesen sein, wie viele annehmen, aber die Lektionen, die er gelernt hat, und die Auswirkungen auf Kazantzakis waren so real wie die rauen Landschaften der Mani.