Der Südwesten Boliviens ist ein Land der Extreme: große Höhen, kolossale Aussichten und atemberaubende Landschaften. Kein Wunder also, dass diese Bahnfahrt auf so vielen Reiseplänen steht. Doch der Name des Expreso del Sur ist etwas irreführend - für die 300 km zwischen der Minenstadt Oruro und dem Zentrum der Salinen von Uyuni benötigt er etwa sieben Stunden. Glücklicherweise können Sie die Fahrt, die zweimal wöchentlich am Nachmittag (Di. und Fr. um 14.30 Uhr) stattfindet, auch bei Tageslicht genießen, denn die Aussichten sind atemberaubend.
Oruro (eine dreistündige Busfahrt von La Paz entfernt) besucht man am besten zur Karnevalszeit, wenn die als Dämonen verkleideten Einheimischen Anfang November zu einem einwöchigen, ausgelassenen Fest auf die Straße gehen. Zu anderen Zeiten lohnt sich ein Abstecher zu den von Flamingos bevölkerten Gewässern des Uru-Uru-Sees - an dem Sie später vorbeifahren werden - als Vorbote der Altiplano-Aussichten, durch die der Zug tuckert.
Die große Attraktion hier sind jedoch die riesigen Salinen von Uyuni - die größten der Welt. Sie ist eines der unglaublichsten Naturschauspiele Lateinamerikas und zeigt sich zwischen Dezember und April oft in einem ganz anderen Licht, wenn die saisonalen Regenfälle ihre rissige, verkrustete Oberfläche in einen riesigen flüssigen Spiegel des Himmels verwandeln.
Von hier aus geht es über Nacht durch das Cowboyland von Tupiza (gut für Wanderungen und Ausritte) nach Villazón an der argentinischen Grenze. Allerdings gibt es keine Schlafwagen und an Bord kann es kalt werden, also packen Sie entsprechend ein.
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