Die 900 Jahre alte Festung Hohenwerfen ist eingebettet in eine außergewöhnliche Landschaft. Das ehemalige Verteidigungsgebäude thront hoch über dem Salzachtal und bietet außergewöhnliche Erlebnisse für Abenteuer- und Kulturbegeisterte. Das Schloss ist umgeben von den Berchtesgadener Alpen und dem angrenzenden Tennengebirge. Die Festung ist eine "Schwester" der Burg Hohensalzburg, die beide auf das 11. Jahrhundert zurückgehen. Die Burg Hohenwerfen befindet sich auf einer Höhe von 623 Metern. Die uralte Befestigung wurde zwischen 1075 und 1078 während des Streits um die kaiserliche Investitur im Auftrag von Erzbischof Gebhard von Salzburg als strategisches Bollwerk auf einem 155 Meter hohen Felsen errichtet. Gebhard, ein Verbündeter von Papst Gregor VII. und des Gegenkönigs Rudolf von Rheinfelden, ließ drei große Burgen ausbauen, um das Erzbistum Salzburg gegen die Truppen König Heinrichs IV. zu sichern: Hohenwerfen, Hohensalzburg und die Burg Petersberg bei Friesach in Kärnten. Gebhard wurde jedoch 1077 vertrieben und konnte erst 1086 nach Salzburg zurückkehren, zwei Jahre später starb er in Hohenwerfen. In den folgenden Jahrhunderten diente Hohenwerfen den Herrschern von Salzburg, den Fürsterzbischöfen, nicht nur als militärischer Stützpunkt, sondern auch als Residenz und Jagdrevier. Die Festung wurde im 12. Jahrhundert und in geringerem Ausmaß noch einmal im 16. Jahrhundert während des Deutschen Bauernkrieges ausgebaut, als in den Jahren 1525 und 1526 unbotmäßige Bauern und Knappen aus dem Süden Salzburgs in die Stadt zogen, sie in Brand setzten und die Burg schwer beschädigten. Alternativ wurde es als Staatsgefängnis genutzt und hatte daher einen etwas düsteren Ruf. Seine Gefängnismauern waren Zeugen des tragischen Schicksals vieler "Verbrecher", die dort unter unmenschlichen Bedingungen ihre Tage - vielleicht ihre letzten - verbrachten, und zeitweise waren dort auch verschiedene hochrangige Adlige inhaftiert, darunter Herrscher wie Erzbischof Adalbert III, der 1198 von seinen eigenen Ministern verhaftet wurde, Graf Albert von Friesach (1253), der Statthalter der Steiermark Siegmund von Dietrichstein, der 1525 von aufständischen Bauern gefangen genommen wurde, und Fürsterzbischof Wolf Dietrich Raitenau, der hier 1617 nach sechsjähriger Gefangenschaft starb. 1931 wurde die Festung, die sich seit 1898 im Besitz von Erzherzog Eugen von Österreich befand, erneut durch einen Brand beschädigt und musste, obwohl weitgehend restauriert, 1938 an die Salzburger Reichsgauverwaltung verkauft werden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es bis 1987 von der österreichischen Gendarmerie (Landpolizei) als Ausbildungslager genutzt.