Die kleine Stadt Greci in der irpinischen Provinz Avellino wird von ihren Einwohnern in der Sprache der Arbëreshe Katundi genannt und ist die am wenigsten bekannte italienische Stadt alter albanischer Herkunft. Greci, das einzige Arbëreshë-Dorf in der Region Kampanien, erzählt seine tiefen albanischen Wurzeln in der Tradition der alten Klagelieder, in den Häusern und in den Festen und offenbart die Geschichte einer fernen Zeit aus Kolonisationen und Eroberungen. Greci, auf arbëresh 'Katundi', hat eine Geschichte, die sehr weit weg beginnt: vor der Ankunft der Albaner war Greci ein bereits existierendes und sehr altes Zentrum. Der Name Greci erscheint nach 535, d.h. nach der Expedition nach Süditalien (angeordnet von Justinian, Kaiser von Konstantinopel) unter dem Kommando von General Belisarius. Offensichtlich wurden bei dieser Gelegenheit viele griechische Kolonien gegründet, darunter auch Greci. Die Stadt wurde 908 n. Chr. von den Sarazenen zerstört und 1039 (immer mit dem Namen Greci) vom Grafen Potone wieder aufgebaut, mit dem Zugeständnis des Fürsten von Benevento Pandolfo und seines Sohnes Landolfo. Die Stadt Greci war zu dieser Zeit eine Art Emporium, wo der Handel zwischen den Abruzzen und Apulien stattfand. Um 1464 kam der albanische General Skanderbeg nach Italien, um Ferdinand von Aragon gegen Johannes von Anjou zu helfen. Der albanische Held besiegte die Anjou endgültig mit der Schlacht von Orsara und beschloss, seine Soldaten in einigen Ortschaften zu stationieren, um sich gegen mögliche neue Einfälle zu verteidigen, die den Konflikt wieder hätten entfachen können. Die Albaner kamen so in Kontakt mit den alten Griechen und begannen, ihre Häuser im oberen Teil der Stadt, Breggo genannt, auf dem italienischen Hügel zu bauen. Die typischen Häuser dieser Zeit der Kolonisation waren die kalive, Steinhäuser, charakterisiert durch einen einzigen Raum, mit einem Boden aus geschlagener Erde und einem sehr niedrigen Dach, das aus Holz und Ziegeln bestand. Im Allgemeinen wurden die Kalive als Behausungen und gleichzeitig als Unterschlupf für Tiere genutzt. Noch heute scheinen die wenigen, die intakt geblieben sind, vom bescheidenen Leben jener fernen Zeit zu erzählen, so wie die fein verzierten Portale, die noch immer das historische Zentrum füllen, vom wohlhabenderen Leben der damaligen Arbëreshë erzählen.