Entgegen dem Anschein ist das Kloster von Osiou Louka (Lukas verwundet) nicht dem berühmten Evangelisten gewidmet, sondern einem griechischen Einsiedler, der 953 n. Chr. starb und in der Krypta des Klosters begraben wurde. Der Heilige Lukas, 896 n. Chr. in Delphi geboren, verließ als Junge sein Zuhause auf der Suche nach seinem spirituellen Weg. Er wurde ein Heiler und man schrieb ihm Wunder zu. Lukas begann ein außerordentliches Talent als Prophet zu entwickeln und konnte voraussehen, dass Kreta von einem Kaiser namens Römer II. befreit werden würde. Acht Jahre nach dem Tod Lukas' wurde seine Prophezeiung bestätigt, und der römische Kaiser II. befahl den Bau einer großen Kirche zu seinen Ehren. Am Eingang des Klosters befindet sich ein interessantes goldenes Mosaik mit dem Bild des Heiligen. Sie können das imposante Gebäude, die Katholikon genannte Kirche, besichtigen, die innen mit einem anderen, kleineren Gebäude verbunden ist, das als Theotokos bekannt ist und zwischen 997 und 1011 zu Ehren der Jungfrau Maria errichtet wurde.
Im Inneren der Tempel sind die Fresken und einige Mosaiken in perfektem Zustand besonders interessant. Unterhalb des Katholikons befindet sich die Krypta, in der der Leichnam des heiligen Lukas ruht. Obwohl das Kloster Osiou Louka viel kleiner ist, erinnert es in seinem Erscheinungsbild an die Sophia in Istanbul oder den Markusdom in Venedig. Die Landschaft rund um das Osiou Louka-Kloster ist nicht so spektakulär wie die der Meteora-Klöster, aber es ist dennoch ein besonderer Ort, der seinen Besuchern eine große Ruhe vermitteln kann.