Heraklion ist die Hauptstadt von Kreta, auf Griechisch "Ηράκλειον", "Candia" oder "Herakleion", je nach Transliteration. Es ist die bevölkerungsreichste Stadt auf Kreta mit fast 140 Tausend Einwohnern und umfasst eine Fläche von 120 Quadratmetern. Die Geschichte von Heraklion ist sehr alt und laut alten Legenden war es bereits in minoischer Zeit ein wichtiger Hafen. Die genauen Beweise für die Existenz dieser bezaubernden Stadt stammen aus der Zeit um 824 v. Chr., als die Araber Kreta besetzten und eine Blütezeit für die Stadt begann. Unter den Arabern wurde Heraklion der Ort, an dem alle Rebellen, die aus dem muslimischen Königreich Cordoba in Spanien ausgeschlossen wurden, landeten. Diese Araber in Griechenland bedrohten das Byzantinische Reich, bis General Nicephorus II Phocas mit seiner Armee eine schlagkräftige Antwort organisierte. Kreta kam 961 unter byzantinische Herrschaft. 1200 wurde Heraklion von der Venezianischen Republik erobert und die Stadt wurde in Kandiye umbenannt. Damals blühte die Stadt nicht nur kommerziell auf, sondern wurde auch architektonisch bereichert, wovon die Überreste der Denkmäler aus dieser Zeit und die Reste der venezianischen Mauern zeugen. Unter osmanischer Herrschaft war die Stadt eine regelrechte Festung und erst 1889 erlangte Kreta seine Unabhängigkeit und wurde 1913 mit Griechenland vereinigt. Besonders interessant ist das Archäologische Museum von Heraklion, das einzige auf der Welt, das reiche Sammlungen der minoischen Zivilisation beherbergt, die hauptsächlich aus Knossos, Phaestos und anderen majestätischen Palästen stammen, wie die "Scheibe von Phaestos", die Statuette der Göttin der Schlangen, das Rhytòn in Form eines Stierkopfes, das der "mieittori" und der bekannte "Akrobat". Heraklion beherbergt auch eine Reihe von Kirchen, darunter die Katharinenkirche, in der sich das Museum für religiöse Kunst mit der bedeutendsten Sammlung kretischer Ikonen befindet, die Markus-Basilika, die von den Venezianern im 13. Jahrhundert erbaut und von den Osmanen in eine Moschee umgewandelt wurde, eine kleine Kirche, die von Dominikanermönchen erbaut wurde, und die Kirche des Heiligen Titus, der der Legende nach das kretische Volk zum Christentum bekehrte. Das Wahrzeichen von Heraklion ist der "Koulés", eine imposante Festung, auch "Castello a Mare" genannt, die von den Venezianern zur Verteidigung des Hafens errichtet wurde, wovon die geflügelten Löwen des Heiligen Markus zeugen, die den äußeren Umfang zieren. Ein Kuriosum: In der populären Kultur von Heraklion kann die Verwendung des Namens "Candia" im Sinne des türkischen Nationalismus gelesen und als Provokation gegenüber den Griechen angesehen werden, und zwar in Anlehnung an den arabischen Ausdruck "Rabad al-khandaq", der "Vorort des Grabens" bedeutet und sich auf die geringe Bedeutung der Stadt und der Insel selbst bezieht.