Während des Zweiten Weltkriegs spielte Lucca eine zentrale Rolle im westlichen Sektor der Gotischen Linie. Sie war die Basis vieler Kommandos und lag acht Monate lang hinter der Linie, an der mehrere alliierte Kontingente beteiligt waren. Die ersten bewaffneten Banden in der Provinz Lucca bildeten sich Ende 1943 in der Versilia um die Gestalt von Gino Lombardi, der zusammen mit etwa fünfzehn Kameraden, zu denen noch Nachzügler und dienstunwillige Soldaten hinzukamen, die Bildung der Jäger der Apuane ins Leben riefen. Zu diesen ersten Formationen kamen seit April 1944 weitere hinzu, die mit dem Cln von Viareggio verbunden waren. 1988 wurde das Historische Museum der Befreiung von Lucca im Palazzo Guinigi, im Zentrum von Lucca, auf Initiative des toskanischen Vereins der freiwilligen Helfer für die Freiheit und des Zentrums für demokratische Bildung gegründet. Im Laufe der Jahre hat das Museum seine Rolle und seine Struktur neu überdacht und präsentiert sich heute nicht nur als Warenbehälter und Gedächtnisbewahrer, sondern auch und vor allem als Kulturförderer.
Seine Qualität ergibt sich also nicht mehr nur aus dem nach wie vor vorhandenen Reichtum seines Erbes, sondern auch aus seiner Fähigkeit, Dienstleistungen zu erbringen, Forschung und Kultur zu fördern und die Entwicklung der Umgebung zu qualifizieren, indem er sich mit ihr vernetzt. Bei der derzeitigen Leitung des Museums bestehen daher die Förderung des Territoriums aus touristischer Sicht und die Förderung der historiographischen Forschung durch die Verbindung mit Universitäten, Verlagen, Vereinen und anderen Museen nebeneinander. Die Hauptthemen der Museumsroute sind die Gotische Linie und die verschiedenen Phasen des Befreiungskrieges in der Provinz Lucca. Jeder Raum beherbergt einen anderen Abschnitt, der chronologisch geordnet ist: vom Ersten Weltkrieg bis zum Partisanenkampf 1943-45. In den verschiedenen Räumen werden kleine Kriegsszenarien mit Schaufensterpuppen und Dioramen nachgestellt, um den Besuchern auch die "menschlichen" Seiten der Kämpfer zu zeigen, durch die Ausstellung von Waffen und Ausrüstung, aber auch von alltäglichen Materialien wie kleinen Konsumgütern, medizinischen Instrumenten und Laborgeräten bis hin zu persönlichen Gegenständen. Das Museum beherbergt auch Dokumente im Zusammenhang mit den Rassengesetzen, Uniformen der italienischen Armee, Fotografien der Zerstörungen in den italienischen Städten, Karten mit der Lage aller Gefangenenlager, Reliquien und Fotografien von religiösen Männern, die von den Nazis getötet wurden. Neben Kriegsrelikten sammelt das Museum auch Publikationen zum Befreiungskrieg und dokumentarisches Material verschiedener Art.