Der Sand ist wirklich rosa. Es ist kein Lichtspiel oder eine optische Täuschung: Wenn man barfuß am Ufer von Horseshoe Bay im Southampton Parish läuft, nimmt man deutlich den rosafarbenen Ton unter den Füßen wahr, eine Farbe, die von der Zerkleinerung von roten Korallen, Muscheln und Fragmenten von Meeresorganismen wie dem Homotrema rubrum, einem Foraminiferen, der in den lokalen Korallenriffen lebt, stammt. Dieses Detail ist kein dekoratives Detail: Es ist das Ergebnis eines geologischen Prozesses, der Bermuda zu einem der wenigen Reiseziele der Welt mit natürlich pigmentierten Stränden macht.
Horseshoe Bay liegt an der Südküste von Bermuda im Gebiet des Southampton Parish und gilt als der berühmteste Strand des Archipels. Ihre hufeisenförmige Form — von der sie ihren Namen hat — schafft eine geschützte Bucht von etwa 500 Metern Länge, die von hohen weißen Kalksteinfelsen begrenzt wird, die sich in abgerundete und skulpturale Formen erodieren. Das Wasser, das dieses Ufer umspült, hat in den flachen Bereichen ein intensives Türkis, das sich zu einem tieferen Blau wandelt, je weiter man sich vom Ufer entfernt: eine Farbvariation, die auch an bewölkten Tagen mit bloßem Auge sichtbar ist.
Die Farbe des Wassers und des Sandes
Was sofort auffällt, wenn man in Horseshoe Bay ankommt, ist der Kontrast zwischen den drei Elementen, die die Landschaft bilden: das weiß-graue der Kalksteine, das Rosa des Sandes und das Türkis des Wassers. Der Atlantische Ozean erscheint hier fast unwirklich, mit einer Transparenz, die es ermöglicht, den sandigen Grund bis in mehrere Meter Tiefe zu sehen. In den zentralen Stunden des Tages, wenn die Sonne hoch steht, reflektiert das Wasser ein fast metallisches Licht, das den Kontrast zum Sand verstärkt.
Der Sand selbst hat eine feine, aber nicht staubige Konsistenz: Er fühlt sich leicht körnig an aufgrund der Muschelsplitter, aus denen er besteht. Die rosa Farbe ist deutlicher, wenn der Sand nass ist, besonders im Bereich nahe dem Wasser, wo die Wellen ihn verdichten. Wenn man sich in Richtung des trockenen Teils des Strandes entfernt, wird der Farbton zu einem rosafarbenen Beige heller. Es ist nützlich, eine kleine durchsichtige Tüte mitzunehmen, um ein paar Handvoll nassen Sand zu sammeln und ihn aus der Nähe zu betrachten: Der Farbkontrast ist viel deutlicher, als wenn man den Strand als Ganzes betrachtet.
Die Klippen und die kleinen Buchten
Die Klippen, die die Horseshoe Bay umrahmen, sind keine einfachen vertikalen Wände: Sie sind von Wegen durchzogen, die zu einer Reihe von kleineren und geschützten Buchten führen, die in wenigen Minuten zu Fuß vom Hauptstrand aus erreichbar sind. Diese sekundären Buchten — lokal coves genannt — sind oft weniger überfüllt und bieten noch ruhigere Gewässer, die auch für Nichtschwimmer geeignet sind. Die Kalksteine weisen natürliche Erosionen auf, die kleine Gezeitenbecken schaffen, in denen sich das Meerwasser sammelt: Man kann kleine Krabben und Meeresorganismen beobachten, die in diesen Mikro-Umgebungen gefangen sind.
Die Klippen selbst verdienen eine nähere Betrachtung: Der Kalkstein von Bermuda, genannt Bermuda limestone, hat eine weiß-cremige Färbung und eine poröse Struktur, die ihn beim Berühren brüchig erscheinen lässt. In einigen Bereichen kann man übereinanderliegende Schichten sehen, die von der geologischen Formation des Archipels zeugen, die auf Überresten alter Korallenriffe entstanden ist. Es ist nicht ungewöhnlich, kleine Höhlen im Felsen auf Meereshöhe zu finden, die durch die Erosion der Wellen über Jahrhunderte hinweg geschaffen wurden.
Atmosphäre und Besuch
Horseshoe Bay ist ein öffentlicher und kostenloser Strand, ausgestattet mit grundlegenden Einrichtungen wie Toiletten, Duschen und einem saisonalen Kiosk, der Strandzubehör vermietet. Während der Sommermonate, von Juni bis August, ist der Besuch hoch, insbesondere in den zentralen Stunden des Tages, mit einer signifikanten Anzahl von Touristen, die von den Kreuzfahrtschiffen kommen, die in Hamilton oder am King's Wharf anlegen. Frühmorgens — vor 9:00 Uhr — und am späten Nachmittag nach 16:00 Uhr sind die Zeiten, in denen der Strand ruhiger ist und das Licht günstiger für die Fotografie ist.
Das Wasser erreicht zwischen Mai und Oktober angenehme Temperaturen zum Schwimmen, mit Spitzenwerten um die 28-29 Grad Celsius in den Monaten Juli und August. Der Grund ist sandig und fällt allmählich ab, ohne flache Felsen im zentralen Bereich der Bucht, was das Schwimmen relativ sicher macht. An Tagen mit starkem Wind können jedoch die seitlichen Strömungen stärker sein als erwartet: Es wird empfohlen, die lokalen Bedingungen zu überprüfen, bevor man ins Wasser geht.
Wie man dorthin kommt und praktische Tipps
Horseshoe Bay ist leicht mit den öffentlichen Bussen von Bermuda zu erreichen: die Linie Route 7, die Hamilton mit Dockyard verbindet, hält direkt am Eingang des Strandes. Die Fahrt von Hamilton dauert etwa 30-40 Minuten. Alternativ kann man einen Roller mieten — das gängigste Fortbewegungsmittel auf der Insel — oder ein Taxi nutzen. Touristen ist es nicht erlaubt, Autos auf Bermuda zu fahren, daher bleibt der Roller die flexibelste Option für diejenigen, die die Küste unabhängig erkunden möchten.
Es wird empfohlen, ausreichend Wasser mitzubringen, insbesondere an Sommertagen, da die Gastronomieeinrichtungen am Strand begrenzt sind. Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor ist unerlässlich: Die Sonnenintensität auf Bermuda, das sich etwa 32 Grad nördlicher Breite befindet, ist höher als die im Mittelmeer zur gleichen Jahreszeit. Wer den Strand zwischen April und Oktober besucht, findet optimale Bedingungen sowohl zum Schwimmen als auch zur Erkundung der seitlichen Buchten.