Die Kathedrale von Braga ist die älteste Kathedrale des Landes, was in Portugal zu der Redewendung "älter als die Kathedrale von Braga" führte. Mit dem Bau wurde begonnen, bevor Portugal eine Nation war, was erklärt, warum die ganze Stadt um die Kathedrale herum gewachsen ist. Die Kathedrale, an deren Fassaden und Wänden mehrere Baustile zu erkennen sind, nämlich Romanik und Gotik, mit einem überwiegend barocken Innenraum, hat im Laufe der Jahre fünf Kapellen, zwei Kreuzgänge, ein Galiläa, eine Apsiskapelle, einen Chevet und eine Sakristei erhalten. Der ursprüngliche romanische Stil ist zweifellos am interessantesten und hat sich in der allgemeinen Struktur der Kathedrale, im Südeingang und im wunderschönen Westportal erhalten, in das Szenen aus der mittelalterlichen Legende von Reynard dem Fuchs eingemeißelt wurden (heute unter einem gotischen Säulengang). Von außen fallen vor allem die Türme mit ihren raffinierten Steinintarsien im manuelinischen Stil und das Dach auf, ein frühes Werk von João de Castilho, der später das Mosteiro dos Jerónimos in Lissabon baute. Der Zugang zur Kathedrale erfolgt über das Westportal oder über einen von gotischen Kapellen umgebenen Innenhof und Kreuzgang an der Nordseite. Im Inneren der Kirche fallen der schöne manuelinische Intarsienaltar, die mit Azulejos geschmückte hohe Kapelle, die die Geschichte des ersten Bischofs von Braga illustriert, und die beeindruckenden barocken Zwillingsorgeln auf, die von eindrucksvollen Satyrn und Tritonen getragen werden und jeden Sonntag um 11:30 Uhr während der Messe gespielt werden. Von der Kirche aus gelangt man in die Kirche, die eine wahre und eigene Sammlung von sakralen Kunstgegenständen beherbergt, wie zum Beispiel die wunderbare Nossa Senhora do Leite, eine Cinquecentesca-Oper, die die Göttin bei der Geburt Christi darstellt und dem französischen Bildhauer Nicolas Chanterène zugeschrieben wird. Nicht zu vergessen ist auch das Eisenkreuz, das im Cinquecento zur Feier der ersten Messe in Brasilien verwendet wurde. Die Besichtigung geht weiter mit der Capela de São Geraldo (aus dem XII. Jahrhundert, die im Laufe der Zeit mehrmals umgebaut wurde), die mit Azulejos geschmückt ist, und der Capela da Glória aus dem XIV. Jahrhundert, deren Innenraum im XVI.