2009 entschied sich der Diözesanverband Créteil auf Initiative von Bischof Santier und mit Unterstützung der Chantiers du Cardinal für ein ehrgeiziges Projekt zur Erweiterung der Kathedrale Notre-Dame de Créteil. Die von Charles-Gustave Stoskopf, dem Träger des Prix de Rome, entworfene Architektur ist typisch für die 1970er Jahre, als die "Theologie der Integration" vorherrschte. Es ist Teil des zeitgenössischen Erbes der Stadt Créteil. Der Auftrag bestand darin, das Fassungsvermögen der Kathedrale zu verdoppeln und ihre Sichtbarkeit in der Stadt zu verbessern. Bei diesem Projekt handelte es sich nicht nur um eine Renovierung, sondern um eine umfassende Neugestaltung der Kathedrale, die ihr in symbolischer und pastoraler Hinsicht ein neues architektonisches Leben einhauchte. Die neue Kathedrale ist in einer multikulturellen Stadt verankert, die fünf katholische Kirchen, zehn Synagogen, eine Moschee, eine protestantische Kirche, vier evangelische Kirchen, einen buddhistischen Tempel und eine Bahai-Versammlung umfasst. Es entsteht ein Dialog zwischen zwei unterschiedlichen, aber dennoch einheitlichen Architekturstilen. Die Kuppel, die in den Himmel ragt, ist dem Grundriss der ursprünglichen Kathedrale nachempfunden. Die Silhouette des Eingangs, in menschlichem Maßstab, verbindet sich nun mit den monumentalen Proportionen des neuen Projekts und konzentriert sich auf das Hauptschiff der Kathedrale, das sich aus zwei kugelförmigen, holzverkleideten Rümpfen erstreckt, die wie zwei zum Gebet verbundene Hände über dem Altar zusammenkommen. In diesem neuen Raum können große Versammlungen abgehalten werden.