Sie ist die älteste Kirche Grödens und gleichzeitig die höchstgelegene Kirche Grödens: Die St. Jakobskirche liegt oberhalb von St. Ulrich, in der Nähe des Dorfes St. Jakob, und ist nur zu Fuß erreichbar. Vielleicht ist das auch der Grund, warum die Kirche dem Schutzpatron der Wanderer und Pilger, dem Heiligen Jakobus, geweiht ist. Laut historischen Dokumenten ist sie die älteste Kirche Grödens und stammt aus dem 12. Jahrhundert. Der Legende nach pilgerte Jakob von Stättenecke, dessen Familie ihr Schloss direkt neben der heutigen Jakobskirche hatte, nach Compostela in Spanien. In Compostela wurde der Graf Jakob zu Unrecht zum Tode verurteilt. Als der Graf von Galizien davon erfuhr, war er von der Unschuld des jungen Jakob überzeugt und ließ ihn freilassen. Als Dank für die Rettung ließ Jakob dann die Jakobskirche bauen. Ende des 14. Jahrhunderts brachte ein Brand das Dach dieser romanischen Kirche zum Einsturz, sie wurde aber später wieder aufgebaut. Dies ist wahrscheinlich der Grund für die vielen gotischen Elemente im Dach, die heute noch zu finden sind. Dies waren jedoch nicht die einzigen Veränderungen und Restaurierungen, die die Kirche im Laufe der Jahre erlebte. Der Kern der Kirche, ursprünglich romanisch, erfuhr ebenfalls mehrere architektonische Veränderungen. Heute ist das Innere der Kirche hauptsächlich im gotischen und barocken Stil eingerichtet. Die Kirche selbst ist 11,30 m lang, 7,75 m breit und 8 m hoch. Besonders interessant sind die gotischen Fresken, die Wandmalereien in der Nähe der Kanzel und der Barockaltar mit vergoldeten Figuren. Die Skulpturen und einige Objekte auf dem Altar sind Reproduktionen, die von lokalen Künstlern angefertigt wurden, die wertvollen Originale befinden sich im "Museum de Gherdëina" in St. Ulrich.