Kloster Eberbach ist einer der ersten Orte, an dem mit der Produktion von Pinot Noir in Deutschland begonnen wurde. 1136 wurde Kloster Eberbach von Bernard von Clairvaux als erstes Zisterzienserkloster am Ostufer des Rheins gegründet, an der Stelle einer früheren Klostergründung Adalberts von Mainz, die zunächst von Augustiner-Chorherren und dann von Benediktinermönchen besetzt war, sich aber nicht durchsetzen konnte.
Eberbach wurde bald zu einem der größten und aktivsten Klöster Deutschlands. Von dort aus wurde eine Reihe weiterer Stiftungen gegründet: Kloster Schönau bei Heidelberg 1142, Kloster Otterberg in der Pfalz 1144, Kloster Gottesthal bei Lüttich 1155 und Kloster Arnsburg in der Wetterau 1174. Zu seiner Blütezeit im 12. und 13. Jahrhundert wird die Bevölkerung auf etwa 100 Mönche und über 200 Laienbrüder geschätzt.
Das Refektorium der Laienbrüder, in dem 12 historische Weinpressen der Abtei Eberbach stehen Auch wirtschaftlich war die Abtei Eberbach sehr erfolgreich, vor allem durch Gewinne aus dem Weinbau und der Weinproduktion. Mindestens 14 Mitglieder der Familie der Grafen von Katzenelnbogen wurden in der Kirche beigesetzt. Unter ihnen war Graf Johann IV. von Katzenelnbogen, der als erster Riesling-Reben in einem neuen Weinberg im nahe gelegenen Dorf Rüsselsheim pflanzte, als die Eberbacher Mönche noch rote Trauben wie Grobrot, die früheste in Eberbach nachgewiesene Rebsorte, anbauten. Um 1525 soll es in der Abtei ein riesiges Weinfass mit einem Volumen zwischen ca. 50.000 und 100.000 Litern gegeben haben. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Abtei schwer beschädigt. Heute waren die Weinberge der Abtei Eberbach mit 300 Hektar die größten im mittelalterlichen Europa. Die meisten von ihnen sind heute im Besitz des Landes Hessen und werden von der Hessischen Staatsweingüter GmbH Kloster Eberbach bewirtschaftet, die mit den Weinbergen an den Hängen des Rheintals die größte zusammenhängende Weinbaufläche Deutschlands bewirtschaftet.