Wenn man in der Via Università, der Straße, die heute Portici und Ercolano verbindet, spazieren geht, kann man unbemerkt an einem der vielen Paläste vorbeigehen, die dem Wetter und der Unachtsamkeit der Zeit überlassen wurden: dem Mascabruno-Palast. Der Palast von Mascabruno war das erste Beispiel für einen überdachten Galopp, und der in Wien wurde später in diesem Stil gebaut. 106 Meter mal ca. 115 Meter lang, umfasste das Grundstück ein Territorium mit Häusern und Land, das sich bis nach Granatello erstreckte. Wahrscheinlich war es zunächst im Besitz der Familie Carafa und wurde dann 1692 von Marquis Antonio Mascabruno erworben, von dem das Gebäude seinen berühmten Namen erhielt. Später ging der Palast mit Wäldern und kultiviertem Land in den Besitz von König Karl von Bourbon über und wurde in das Projekt seiner königlichen Residenz aufgenommen. Dank des Beitrags von Vaccaro und den Ingenieuren Vinaccia und Alinei wurde der Palazzo Mascabruno um 1740 renoviert. Das vom König in Auftrag gegebene Projekt umfasste auch den Bau einer Brücke, die den Palazzo mit dem Meeresbereich der Villa d'Elboeuf verbindet. Als Kaserne und Stallungen der königlichen Kavallerie genutzt, war der Mascabruno-Palast auch mit einer prächtigen überdachten Reitschule ausgestattet, die zwischen 1775 und 1794 erbaut wurde. Während der bourbonischen Renovierung wurden bei den Ausgrabungen wichtige Entdeckungen gemacht, vor allem der Marmoradler mit den Buchstaben Q.P.A., der dem Patrizier Quinto Ponzio Aquila zugeschrieben wird und zum Wahrzeichen der Gemeinde Portici wurde. Der Komplex hat noch vier Eingänge und ebenso viele Höfe; zwei davon wurden einst als Truppenunterkünfte genutzt, ein dritter hat breite Treppen, die zu den Unterkünften führen, die einst für die Offiziere und ihre Familien bestimmt waren. Die Fassade hat vier Reihen von Fenstern in verschiedenen Größen und in der Anzahl von zwanzig für jede der beiden oberen Ordnungen, einschließlich der vier Balkone mit Blick auf den Platz. Der Palast mit seinem Elchhain und einigen anderen großen Anbauflächen wurde von Karl von Bourbon gekauft und in das Projekt der königlichen Anlage einbezogen. Für die Verbindung mit dem Meeresgebiet von Villa d'Elboeuf wurde eine Brücke über die heutige Via Gianturco gebaut. Die Fassade, jetzt Zeuge einer unglücklichen Verlassenheit, hatte vier Reihen von Fenstern und ebenso viele Balkone mit Blick auf den Resina-Kurs des heutigen Herculaneum. Das weitläufige Gelände des Palastes war einst mit Weinreben bepflanzt und der Eichenwald begleitete die verschiedenen Wege, die auf unglaubliche Weise zu einer zweiten Villa führten, die Mascabruno gehörte und nicht weit vom Strand von Granatello entfernt war. Derzeit wird ein Teil der königlichen Stallungen renoviert. Die Fassade mit Blick auf die Via Università zeugt leider von Nachlässigkeit und jahrelanger Vernachlässigung, während ein Teil des Innenbereichs als Sitz der landwirtschaftlichen Fakultät der Universität Federico II genutzt wird.