Das im Juni 2019 eröffnete Musée Mer Marine befindet sich im Herzen des Viertels Bassins à flot, dem historischen Hafen von Bordeaux aus dem 19. Jahrhundert, und hat sich zum Ziel gesetzt, das reiche maritime Erbe der Welt zu beleuchten. Sein Gründer, Norbert Fradin, wollte die Verbindung zwischen dem Meer und der Stadt Bordeaux stärken. Der 2007 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärte "Mondhafen" der Stadt ist zu einem anerkannten Zwischenstopp für internationale Kreuzfahrten geworden. Das Museum wurde von dem Bordeauxer Architekten Olivier Brochet entworfen, einem erfahrenen Museumsdesigner (zu seinen bemerkenswerten Projekten gehören das Fabre-Museum in Montpellier, das Orangerie-Museum in Paris und das Nouveau Musée de l'Homme im Trocadero). Bei dem Gebäude handelt es sich um einen monumentalen Komplex mit einer Gesamtfläche von mehr als 13 800 m², der sich über 7 aufeinander folgende Stockwerke erstreckt. Es erhebt sich bis zu einer Höhe von 45 Metern. Mit seinen umfangreichen Sammlungen, die auf 6.000 m² Ausstellungsfläche gezeigt werden, zeichnet das Musée Mer Marine die Geschichte des Meeres und die Beziehung der Menschen zu ihm nach. Es beleuchtet die Träume der Eroberung und den Wunsch nach Bewahrung, sei es durch Ausbeutung oder aus abergläubischer Angst. Anhand einer reichen Sammlung von Kunstwerken, maritimen Objekten und Schiffsmodellen aus allen Epochen erzählt das Museum die reiche Geschichte der Navigationstechniken. Es zeigt das enorme maritime Know-how, das die Seefahrer weltweit und über Jahrhunderte hinweg nutzten. Durch eine Reihe von anspruchsvollen Multimedia-Displays bringt das Museum Hunderte von Karten, Schiffsmodellen, maritimen Objekten und Kunstwerken zusammen. All diese Elemente werden in einer modernen und interaktiven Szenografie ausgestellt, die zum Hinterfragen, Erklären und Staunen anregt... Mit anderen Worten: einen Blick "über den Tellerrand" zu werfen. Diese Dauerausstellung verdeutlicht eine weitere Absicht des Museumsgründers: die Öffentlichkeit für die Notwendigkeit zu sensibilisieren, das kulturelle und natürliche Erbe zu erhalten.