
Auf über 700 Meter über dem Meeresspiegel, mit dem schneebedeckten Andengebirge, das sich am Horizont abzeichnet, produzieren die Weinberge von Mendoza das, was viele Önologen als den ausdrucksvollsten Malbec des amerikanischen Kontinents betrachten. Die Region liegt in der gleichnamigen argentinischen Provinz im zentral-westlichen Teil des Landes und verdankt ihre Weinanbau-Vokation einer Reihe von klimatischen und geologischen Faktoren, die anderswo nur schwer zu replizieren sind: trockene Luft, über 300 Sonnentage im Jahr und ein Bewässerungssystem aus Kanälen, das vom Schmelzwasser der Andengletscher abgeleitet ist und teilweise von den präkolumbianischen Huarpe-Völkern geerbt wurde.

Der moderne Weinbau in Mendoza hat seine Wurzeln in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als die italienische und spanische Einwanderung europäische Rebsorten und Kellertechniken mitbrachte. Der Malbec, ursprünglich eine als minderwertig geltende Bordeaux-Rebsorte in Frankreich, fand hier ein so günstiges Terroir, dass er zum Weinsymbol der gesamten argentinischen Nation wurde. Heute zählt die Provinz über 1.200 registrierte Weinkellereien, die hauptsächlich in den Subregionen Luján de Cuyo und Valle de Uco konzentriert sind.
Der Terroir: Boden, Höhe und Klima

Was Mendoza von anderen südamerikanischen Weinregionen unterscheidet, ist die Kombination aus armen und gut durchlässigen Schwemmböden, reich an Kies und Ton, mit täglichen Temperaturschwankungen, die 20 Grad Celsius übersteigen können. Dieser Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht bewahrt die natürliche Säure der Trauben und ermöglicht eine langsame Reifung, die sich in Weinen mit sanften Tanninen und komplexen Aromaprofilen niederschlägt, wo reife rote Früchte mit würzigen und blumigen Noten, typisch für das Veilchen, harmonieren.
Im Valle de Uco, etwa 100 Kilometer südlich der Stadt Mendoza, erreichen die Weinberge Höhenlagen zwischen 900 und 1.500 Metern. In diesen Höhen entwickelt der Malbec eine andere Struktur im Vergleich zu den Talgebieten: strenger, mit dichteren Tanninen und einer ausgeprägten Mineralität, die an bestimmte europäische Bergweine erinnert. Einige Weingüter in dieser Subregion, wie Zuccardi Valle de Uco, haben internationale Auszeichnungen für die Qualität ihrer Einzellagenweine erhalten.

Die Verkostungen: Was in den Bodegas zu erwarten ist
Die meisten Bodegas in Mendoza bieten geführte Touren an, die den Besuch der Fermentationsbehälter, der Barriquekeller und der Weinberge umfassen, gefolgt von einer strukturierten Verkostung. Die Preise variieren ungefähr zwischen 15 und 60 US-Dollar pro Person, abhängig von der Qualität der angebotenen Weine und der Einbeziehung von gastronomischen Pairings. Die größeren und für den Tourismus ausgestatteten Weingüter, wie Catena Zapata — gegründet von der Familie Catena und berühmt für ihre Maya-Pyramidenarchitektur — bieten elaboriertere Erlebnisse mit dedizierten Sommeliers an.

Während einer typischen Verkostung trifft man auf mindestens drei Ausdrücke von Malbec: eine junge, fruchtige Version, einen Reservewein, der 12-18 Monate im Holz gereift ist, und oft einen Gran Reserva oder Wein aus einer einzelnen Parzelle. Es ist auch üblich, Cabernet Sauvignon und Torrontés zu finden, letzterer ein aromatischer Weißwein, der typischerweise aus Argentinien stammt und ideal als Aperitif an warmen Frühlingstagen im südlichen Frühling ist.
Wie man den Besuch organisiert

Die beste Jahreszeit, um Mendoza zu besuchen, ist von Oktober bis März, was dem Frühling und Sommer auf der Südhalbkugel entspricht. Die Weinlese findet typischerweise zwischen Februar und April statt, und während dieser Zeit organisieren viele Weingüter spezielle Veranstaltungen, die für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Das Vendimia-Festival, das jährlich in Mendoza stattfindet, ist eines der am meisten besuchten Ereignisse der Region.
Um sich zwischen den Weingütern zu bewegen, ist es ratsam, ein Fahrrad in den flacheren Gebieten von Luján de Cuyo zu mieten — viele Bodegas liegen nur wenige Kilometer voneinander entfernt — oder sich auf eine der zahlreichen organisierten Touren zu verlassen, die vom Stadtzentrum aus starten. Achtung: Selbstständig zu fahren, ist nach den Verkostungen nicht ratsam, und die Kontrollen der Straßenpolizei in der Gegend sind häufig. Die Stadt Mendoza verfügt über einen internationalen Flughafen, den Aeropuerto El Plumerillo, mit Direktverbindungen von Buenos Aires und einigen brasilianischen und chilenischen Städten.
Wo man essen kann, während man Wein kombiniert
Viele Bodegas haben hochwertige Restaurants in ihren Einrichtungen integriert, in denen die lokale Küche — basierend auf gegrilltem Fleisch, Empanadas und saisonalem Gemüse — systematisch mit den in der Bodega produzierten Weinen kombiniert wird. Das argentinische Asado, mit langsam über dem Feuer gegartem Rindfleisch, stellt die klassische Kombination mit einem Malbec Reserva dar, und diese Kombination ist fast immer in den Restaurants der am besten ausgestatteten Bodegas verfügbar.
Wer das urbane Erlebnis bevorzugt, kann im Zentrum von Mendoza eine lebhafte Szene von Weinstuben und Restaurants finden, in denen Weine von kleineren und handwerklichen Produzenten verkostet werden, die oft nicht für Massentouren zugänglich sind. Das Viertel Chacras de Coria, nur wenige Kilometer vom Zentrum entfernt, ist besonders beliebt für seine ruhige Atmosphäre und die Konzentration von Lokalen, die der regionalen Wein- und Gastronomie gewidmet sind.
