Das Militärhistorische Museum in Dresden ist vielleicht der Ort in Deutschland, an dem der Wunsch, sich von den tragischen Ereignissen der Geschichte des 20. Jahrhunderts zu distanzieren, am deutlichsten wird. Sie wird sofort von außen wahrgenommen. Der scharfe Metallkeil, der das historische Zeughaus des Museums in zwei Hälften teilt, entworfen und fertiggestellt 2011 von dem amerikanischen Architekten Daniel Libeskind, symbolisiert einen klaren und tiefen Einschnitt in die Geschichte der deutschen Militärtradition. Die nach oben weisende Spitze ist eine gewaltsame Erinnerung an die Bombardierung Dresdens im Februar 1945 während des Zweiten Weltkriegs. Die Bomben von oben hinterließen breite Risse im Leben der Stadt und prägten sich für immer in das Gedächtnis der Menschheit ein. Auch im Inneren unterscheidet sich die Ausstellung von traditionellen Militärmuseen. Die Ausstellung im älteren Gebäude folgt einer chronologischen Ordnung und ist in Abschnitte unterteilt, während der neue, von Libeskind gestaltete Teil 12 thematische Routen präsentiert, die den Krieg als historisches, kulturelles und anthropologisches Phänomen zeigen und die Besucher einladen, über seine Ursachen und Auswirkungen nachzudenken. Jedes Mal, wenn Gewalt ausgeübt wird, gibt es jemanden, der darunter leidet: Das sollte uns nicht gleichgültig lassen. Insgesamt werden rund 10.000 Exponate auf einer Ausstellungsfläche von 13.000 Quadratmetern gezeigt.