Das Camonica-Tal ist auf der ganzen Welt berühmt für seinen außergewöhnlichen Komplex von in den Felsen eingravierten Darstellungen, die größtenteils aus der Vorgeschichte stammen und 1979 als erste italienische Stätte in die angesehene UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wurden. Wenn also die breite Öffentlichkeit das ikonographische Erbe dieser antiken Bevölkerungen kennt, sind die Aspekte ihres täglichen Lebens, die erst in den letzten 30 Jahren dank zahlreicher Interventionen der präventiven Archäologie und der im Tal durchgeführten Forschungen entstanden sind, weniger bekannt. Auf diese Gemeinschaften, die ab der Eisenzeit unter dem Namen Camunni bekannt sein werden, beziehen sich verschiedene Siedlungen, Arbeitsstätten, Kultstätten und Begräbnisse. Das Nationalmuseum für Vorgeschichte, das im antiken Gebäude der Villa Agostani im historischen Zentrum von Capo di Ponte untergebracht ist, integriert mit der Ausstellung der Funde das Erbe der in den Felsen eingravierten Bilder und setzt den Ausdruck der Identität des Camonica-Tals zu einem untrennbaren Ganzen zusammen.