Keine Klostertournee in Österreich oder in Mitteleuropa wäre vollständig ohne einen Besuch des prächtigen Stiftes Melk. Abt Berthold Dietmayr und seine Architekten Jakob Prandtauer und Joseph Munggenast ließen von 1701 bis 1736 nichts unversucht, um auf den Fundamenten eines mittelalterlichen Klosters einen Sakralpalast zu errichten.
Das Herzstück dieses Komplexes ist die Bibliothek, deren Hauptsaal 16.000 Bände umfasst und mit einem Deckenfresko von Paul Troger geschmückt ist. Eine Wendeltreppe führt zu einer weiteren Gruppe von 12 weiteren Bibliotheksräumen, die nicht für die Öffentlichkeit zugänglich sind, aber mehr als 100.000 Bände enthalten, von denen einige äußerst wertvoll sind. Es ist leicht zu verstehen, warum sich der italienische Schriftsteller Umberto Eco von diesem Ort für seinen Roman "Der Name der Rose" inspirieren ließ, in dem eine Klosterbibliothek eine Schlüsselrolle spielt.
Die Bibliothek ist der zweitwichtigste Raum in jedem Benediktinerkloster, der erste ist natürlich die Kirche. Mit den Kunstwerken wurden die wichtigsten Meister des Barock beauftragt: Antonio Beduzzi für die Innenarchitektur, Johann Michael Rottmayr und Paul Troger für die Fresken und Altarbilder, Giuseppe Galli-Bibiena für die Kanzel und den Hochaltar sowie Lorenzo Mattielli und Peter Widerin für die Skulpturen. Kein Wunder, dass die Schönheit der Kirche ebenso atemberaubend ist wie der Blick von der halbkreisförmigen Aussenterrasse mit Blick auf die Wachau.