Die Kapelle St. Andreas der Apostel, auch bekannt als das aristokratische Oratorium von Villa Manin, ist eine der charakteristischsten Kirchen in Friaul-Julisch-Venetien (Friuli Venezia Giulia). Mit Blick auf die Piazza dei Dogi, dem Treffpunkt der Bewohner des kleinen Dorfes Passariano, hat die dem Heiligen Andreas geweihte Kirche eine antike Geschichte, die eng mit der dynastischen und mäzenatischen Geschichte der sehr friedlichen Familie Manin verflochten ist, die ihren Wohnkomplex in dem Dorf errichtete, in dem sie im siebzehnten Jahrhundert den sogenannten "d'unione" den Dreh- und Angelpunkt des politischen und wirtschaftlichen Lebens der illustren Familie, beginnen wollten. Das Innere ist mit wertvollen skulpturalen Werken des Künstlers Giuseppe Torretti geschmückt. Besonders bemerkenswert sind die imposanten skulpturalen Reliefs, die wie echte Altarbilder an den Seitenwänden der Kirche wirken. Der aufmerksame Reisende bewundert auch die Grisailles (Grisailles) des Malers Francesco Fontebasso aus dem achtzehnten Jahrhundert, die Episoden der Erbsünde darstellen. An den Seiten des Presbyteriums führen zwei Türen in die dahinter liegende Sakristei: Der linke Chorumgang wird von einer Reihe von Grabsteinen flankiert, die an die in der Sakristei begrabenen Vertreter der Familie Manin (Carlo Manin, Silvia Beretta, Giuseppina Manin, Giovanna Comaschi) erinnern, darunter auch an den letzten direkten Nachkommen, Graf Giovanni, der 1997 starb.