Die Höhle der Apokalypse befindet sich zwischen den Dörfern Skala und Chora, in einem Pinienwald, nicht weit vom Hafen der Insel Patmos entfernt. Sie verdankt ihren Namen der Tatsache, dass hier der Apostel Johannes die Stimme Gottes aus einer dreifachen Felsspalte hörte, die die Heilige Dreifaltigkeit symbolisiert, und Visionen hatte, die ihn dazu brachten, das letzte Buch der Bibel, die Apokalypse, zu schreiben. Dieser mystische Ort, das Zentrum des Christentums zusammen mit dem Kloster des Heiligen Johannes, brachte der Insel Patmos den Titel "Jerusalem des Mittelmeeres" ein. So offenbaren die einfachen Worte des Apostels seine Anwesenheit auf der Insel: "Ich, Johannes, euer Bruder und Gefährte in der Bedrängnis, im Reich und in der Beständigkeit Christi Jesu, war auf der Insel, die Patmos heißt, wegen des Wortes Gottes und des Zeugnisses von Jesus Christus." (Offenbarung 1:9) Die Höhle war der erste Zufluchtsort des Jüngers Johannes, als er 95 n. Chr. vom römischen Kaiser Domitian wegen seiner christlichen Predigt nach Patmos verbannt wurde. Der Evangelist blieb bis 97 n. Chr. auf der Insel und während seines Aufenthalts in der Höhle bildeten sich drei Spalten im Felsen, aus denen die Stimme Gottes entwich. Es ist plausibel, dass das vierte Johannes-Evangelium in der gleichen Höhle geschrieben wurde. Später verwandelte der heilige Christodulos, Abt von Bithynien, die Insel Patmos in einen Ort der Verehrung. Tatsächlich gründete er im elften Jahrhundert dank der Konzession von Kaiser Alexis Komninos I. das große, dem heiligen Johannes geweihte Kloster. Das griechische Parlament erklärte Patmos 1983 zu einer heiligen Insel und 1999 erklärte die UNESCO das Kloster, die Höhle der Apokalypse und das Dorf Chora zum Weltkulturerbe. Davor befindet sich ein kleines, weißes Kloster, das Kloster der Apokalypse, das im 17. Jahrhundert erbaut wurde. Von hier aus führt eine Treppe, die die Zellen der Mönche flankiert, hinunter in die Höhle. Davor befindet sich eine Kapelle, die als Eingang dient und in der man einen starken Weihrauchgeruch wahrnimmt. Das Innere der Höhle ist klein, mit einfachen Kerzen beleuchtet und mit Gemälden und alten Ikonen geschmückt. Im Halbdunkel dieser Höhle ist die Suggestion und die starke Sakralität, die wahrgenommen wird, nicht zu leugnen. Ein geschichtsträchtiger und sakraler Ort, der selbst bei den gläubigsten Besuchern ehrfürchtige Furcht hervorruft. Die Höhle der Apokalypse ist ein Bezugspunkt nicht nur für Patmos, sondern für das Christentum auf der ganzen Welt.