Ein Rundgang über die Piazza Tre Martiri in Rimini bedeutet, in die Geschichte der Stadt einzutauchen. Römische Überreste, Denkmäler aus der Spätantike (heute verschwunden), dem Mittelalter, der Renaissance und Rekonstruktionen aus späteren Epochen zeugen von der Lebendigkeit und Dynamik des Platzes.
Der Platz steht genau an der Stelle des römischen Forums von Ariminum, einer römischen Kolonie, die 268 v. Chr. gegründet wurde. Wie in römischen Städten üblich, befand sich das Forum an der Kreuzung der beiden Hauptstraßen, dem cardo und dem decumanus. Ein Teil des Kopfsteinpflasters, mit dem die Straße gepflastert war, ist heute noch sichtbar. Mit dem Platz ist der Name von Julius Cäsar verbunden: Hier hielt der berühmte Anführer unmittelbar nach der Überschreitung des Rubikon seine berühmte Rede. Zur Erinnerung an dieses Ereignis gibt es einen Ehrenkippus aus dem 16. Jahrhundert und eine Bronzestatue, die Caesar darstellt, eine Kopie eines römischen Originals.
Drei heute zerstörte Kirchen stammen aus der Spätantike: die Kirchen St. Michael, St. Georg und St. Unschuld. Der Platz war auch Schauplatz von ritterlichen Veranstaltungen und Turnieren unter der Familie Malatesta. Der Bau des Uhrenturms im Jahr 1497 veränderte das Aussehen des Platzes geringfügig und machte ihn zu dem, was wir heute sehen, nämlich länglicher. Ab 1750 schmückte ein Zifferblatt mit Kalender, Mondphasen und Tierkreiszeichen den Turm. Der Palazzo Tingoli, der heute den Platz einrahmt, stammt ebenfalls aus dem 18. Jahrhundert.
Der Platz bleibt durch das Kriegerdenkmal mit der Zeit des Zweiten Weltkriegs verbunden. In Erinnerung an die Kriegsereignisse wurde der Platz in Piazza Tre Martiri umbenannt. Der Name erinnert an die drei Märtyrer Mario Capelli, Luigi Nicolò und Adelio Pagliarani, Partisanen der Brigade XXIX "Gastone Scozzi", die hier am 16. August 1944 gehängt wurden.