Portmeirion in Wales zu betreten, war wie die Überquerung der Grenze in ein Phantasieland. Unmöglich hübsch und etwas unwirklich. 1925 kaufte der Architekt Sir Bertram Clough Williams-Ellis das Gelände des Dorfes Aber Iâ (was soviel wie "Glacial Estuary" bedeutet) und änderte seinen Namen in Portmeirion. Er begeisterte sich sowohl für Landschaftsgestaltung und -erhaltung als auch für Architektur, und schon seit einigen Jahren hatte er den Bau eines Küstendorfes in Erwägung gezogen. Clough setzte sich leidenschaftlich für die Umwelt ein und trug zur Einrichtung der Nationalparks von England und Wales bei. Er war persönlich für die Abgrenzung der Grenze des Snowdonia-Nationalparks verantwortlich. Als er Aber Iâ kaufte, beschrieb Clough das Dorf als "vernachlässigte Wildnis". Zu dieser Zeit gab es auf dem Gelände nur einige wenige Häuser, das Herrenhaus und Castell Deudraeth. Aber Clough machte sich an die Arbeit und verwandelte es in das Dorf seiner Phantasie.
Die erste Bauphase von Portmeirion fand zwischen 1925 und 1939 statt. In dieser Zeit legte Clough das Gelände an, und einige der markantesten Gebäude von Portmeirion wurden hinzugefügt. Dazu gehören das Pförtnerhaus, der Glockenturm und das Rathaus. Der Zweite Weltkrieg brachte die Entwicklung zum Stillstand, und Clough nahm die Arbeiten an seinem Dorf zwischen 1954 und 1976 wieder auf. In dieser Phase wurden viele Details des Geländes zugeschüttet und klassische Gebäude wie das Pantheon und die Gloriette hinzugefügt. Der italienische Stil dieser Gebäude steht im Gegensatz zum Stil des Kunsthandwerks, der bei einigen der früheren Gebäude zu beobachten war. Und mit dem farbenfrohen Anstrich trägt das alles zum einzigartigen Stil und Charakter von Portmeirion bei.