Pozzuoli ist einer der interessantesten Orte in der Umgebung von Neapel. Es handelt sich um eine Gemeinde, die wirklich reich an Geschichte ist, mit Artefakten und Denkmälern, die noch immer von einer gegliederten Vergangenheit und einem künstlerischen Erbe von großem Wert zeugen. Am gleichnamigen Golf gelegen, befindet sich Pozzuoli in einem sehr empfindlichen Gebiet, den vulkanischen Campi Flegrei. In ihrer Geschichte hat sie verschiedene Herrschaften und wahrscheinlich auch Namensänderungen erlebt, bis die Stadt mit der römischen Besetzung Kampaniens im Jahr 338 v. Chr. den lateinischen Namen Puteoli erhielt, was so viel wie "kleine Brunnen" bedeutet. Neben der besonderen geografischen Lage überrascht Pozzuoli mit einem reichen künstlerischen Erbe, das sich in zahlreichen architektonischen Meisterwerken widerspiegelt. Dazu gehören die Kathedrale San Procolo, die Wallfahrtskirche San Gennaro, die Kirche Santa Maria delle Grazie, die Kirche SS. Francesco und Antonio, die Kirche San Marco, die Kirche San Giuseppe und die Kirche Santa Maria della Consolazione. Neben der religiösen Architektur in Pozzuoli gibt es in der Nähe des Macellum auch ein besonderes anarchistisches Denkmal, einen Marmorblock, in den die Worte von Errico Malatesta eingraviert sind, einem italienischen Anarchisten und Schriftsteller, der einer der wichtigsten Theoretiker der anarchistischen Bewegung war. Pozzuoli hält auch einen interessanten Rekord: Es ist eine der wenigen Städte der Welt, die zwei römische Amphitheater besitzt. Nur Rom, Santa Maria Capua Vetere, Budapest und sehr wenige andere Orte können sich eines solchen Wertes rühmen. Es handelt sich um das Flavische Amphitheater und das Kleine Amphitheater. Das Flavische Amphitheater ist eines der größten Amphitheater Italiens: Es soll unter Nero erbaut worden sein und ein Fassungsvermögen von etwa 40.000 Zuschauern gehabt haben. Teile des Systems, mit dem damals die Käfige mit den wilden Tieren in die Kampfarena gehoben wurden, sind im Keller des Gebäudes noch zu sehen. Aus demselben Grund gab es am Rande des Amphitheaters Falltüren, durch die Tiger, Löwen und Giraffen die Bühne betraten. Das Amphitheater Minor hingegen war das Amphitheater, das Pozzuoli bereits vor dem Bau des flavischen Amphitheaters besaß. Es war ein kleineres Amphitheater und entsprach weniger den landschaftlichen Anforderungen der damaligen Zeit. Heute sind noch etwa zehn Bögen zu sehen, die die Wölbung der Cavea gestützt haben müssen. Zu diesen symbolträchtigen Stätten kommen noch viele andere hinzu: das Antonino-Pio-Stadion, die Villa Avellino-De Gemmis, der Augustustempel, die römische Nekropole und viele mehr.