Wenn man in New York auf den Wegen in der Nähe eines der Seen im Central Park spazieren geht - was didaktisch als "The Lake" bezeichnet wird - gelangt man in einen Bereich mit dichter Vegetation und einigen schmalen, gewundenen Wegen. Die Gegend heißt "Ramble" (d.h. "die Uferpromenade") und an manchen Stellen sind die Baumkronen so dicht und die Wege so zwischen den Pflanzen getarnt, dass man sich nicht wie in Manhattan fühlt. Im nördlichen Teil des Sees, ganz in der Nähe des Ufers und jetzt halb verborgen durch Vegetation und Steine, gibt es eine Höhle, die ihre eigene Geschichte hat und als Ramble Cave oder Indianerhöhle bekannt ist, weil man annimmt, dass sie in der Vergangenheit von amerikanischen Indianern bewohnt oder in irgendeiner Weise genutzt wurde. Seit dem späten neunzehnten Jahrhundert wurde die Höhle sehr beliebt in der Stadt. Ein Reiseführer aus dieser Zeit beschrieb es als: "Eine tolle Attraktion für Jungen und Mädchen, aber auch für etwas ältere Kinder!". In Wirklichkeit wurde es hauptsächlich von Erwachsenen besucht, vor allem von Paaren, die ein lauschiges Plätzchen suchten, aber manchmal auch von Obdachlosen, die eine Unterkunft suchten. Im Jahr 1897 suchte ein fünfzehnjähriges entlaufenes Mädchen dort Zuflucht und blieb einen Monat lang versteckt. Jahre später, während der Weltwirtschaftskrise, lebte ein Ehepaar, das ohne Arbeit und ohne Wohnung war, monatelang dort. Ab dem zwanzigsten Jahrhundert jedoch verschaffte eine Reihe von gewalttätigen Ereignissen der Höhle einen schlechten Ruf, der die Behörden in wenigen Jahrzehnten davon überzeugte, die Höhle zu schließen.