Die Legende erzählt von einer Weißen Dame, die von ihrem bösen Ehemann von den Mauern einer alten Burg gestürzt wurde. Aber der Himmel erbarmte sich ihrer und gab ihr einen Felsenkörper, bevor sie auf die Felsen stürzte. Man sagt, dass ihre Seele immer noch dort ist, auf einer Klippe über der Bucht, in der Nähe der Überreste des alten Herrenhauses von Duino, und dass sie in manchen Nächten zum Leben erwacht und ruhelos umherwandert. Das Gebäude ist ein zusammengesetzter und massiver Bau: Der Turm aus dem 16. Jahrhundert überragt alles und bewahrt seine zweitausend Jahre alte Struktur; um diesen Turm herum, auf den Ruinen eines römischen Vorpostens, wurde im 14. Jahrhundert unweit der alten Burg der Bau der heutigen Burg begonnen. Ab 1600, unter den Grafen Thurn Hoffer Valsassina, nahm das Schloss allmählich die Bedeutung eines humanistischen Zentrums an, die es bis heute beibehält. Es ist möglich, 15 perfekt eingerichtete Räume zu besichtigen, die reich an Zeugnissen der langen Geschichte der Familie der Fürsten della Torre und Tasso sind, deren Geschlecht seit 1400 mit der europäischen Post verbunden ist. Bei dem etwa eineinhalbstündigen Rundgang können die Besucher nicht nur die kostbare Einrichtung, sondern auch zahlreiche historische Dokumente, Originalbriefe, Familienfotos und zeitgenössische Drucke bewundern; besonders sehenswert ist das Liszt-Klavier. Ein architektonisches Meisterwerk ist das Treppenhaus von Palladio. Beeindruckend ist der Blick von der Spitze des Turms, der sich in dreihundertsechzig Grad vom Karst bis zum Meer erstreckt, während die Atmosphäre in der Familienkapelle etwas ganz Besonderes ist. Bei einem Spaziergang durch den Park kann man die reiche Vielfalt der mediterranen Flora bewundern: Steineichen, Eiben, Olivenbäume, Zypressen und zahlreiche Kaskaden von bunten Blumen, die die Wege des Schlosses färben und duften. Der Burgbunker hat eine Fläche von 400 Quadratmetern und ist 18 Meter tief.