Zweifelsohne bedarf es eines gewissen blutigen Verstandes, um eine Eisenbahnlinie mitten durch den Regenwald zu bauen. Als vor mehr als 150 Jahren erstmals Pläne für eine Strecke durch den südbrasilianischen Atlantikwald geschmiedet wurden, hielten mehrere Ingenieure das Projekt für unmöglich. Doch 1885 war sie dank der Arbeit von rund 9.000 Arbeitern fertiggestellt, und was als Transportweg für Getreide an die Küste begann, ist heute eine der aufregendsten Strecken Lateinamerikas.
Der so genannte Serra Verde (Grüne Säge)-Express fährt täglich zwischen Curitiba und Morretes hin und zurück. Nehmen Sie sich Zeit für einen Bummel durch beide Städte, wobei die erstere für ihre umweltfreundliche Gestaltung bekannt ist - die Fußgängerzone im Stadtzentrum war eine der ersten großen Straßen Brasiliens, auf der Autos verboten waren. Besuchen Sie das augenförmige Oscar-Niemeyer-Museum, das einen faszinierenden Einblick in den Architekten gibt, der einen Großteil des Landes entworfen hat, oder vertreten Sie sich die Beine auf dem 15 km langen Weg nach Paranaguá durch den Nationalpark Marumbi. Die weiß getünchten portugiesischen Häuser von Morretes sind von bewaldeten Hügeln und zahlreichen Wanderwegen umgeben, die zu einer Reihe von Wasserfällen inmitten der Serra da Graciosa führen.
Der Zug fährt um 8.15 Uhr in Curitiba ab und kehrt jeden Abend um 18.30 Uhr zurück. Die Fahrtzeit beträgt etwa 3,5 Stunden in jede Richtung. Unterwegs passieren Sie Brücken, Bergschluchten und viel üppigen Regenwald. Es lohnt sich aber auf jeden Fall, die Fahrt im Voraus zu buchen, vor allem in den Sommermonaten Dezember bis Februar, denn die besten Aussichten hat man auf der Hinfahrt auf der linken Seite.
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