Der Furlo-Pass befindet sich in der Provinz Pesaro, an der Staatsstraße Nr. 3 Flaminia, 35 km von Fano und 248 km von Rom entfernt. Historisch gesehen ist sie berühmt für die großen Bauwerke, die zuerst die Etrusker und später die römischen Konsuln und Kaiser hier errichteten (Mauern, Felseinschnitte, Tunnel), und weil sie im Laufe der Jahrhunderte Schauplatz großer Schlachten war. ie Landschaft ist stimmungsvoll, malerisch und wild. Die Felswände der Berge Pietralata und Paganuccio, die durch die Erosion des Wassers des Flusses Candigliano entstanden sind, erheben sich Hunderte von Metern über einem grünen See und bilden die charakteristische Furlo-Schlucht mit ihrem einzigartigen alpinen Aussehen und Charme, der sie zu Recht zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Mittelitaliens macht. Das Wasser des Flusses Candigliano mündet nach einer kurzen Strecke in den historischen Fluss Metauro, der an die Niederlage und den Tod von Hasdrubal erinnert. Der Ort hat seinen Namen von Forulus, dem großen römischen Tunnel, der 76 n. Chr. von Kaiser Vespasian eröffnet wurde und durch den noch heute die Flaminische Straße führt. Nicht weit entfernt befindet sich die Abtei San Vincenzo, bekannt als Petra Pertusa (der antike Name für den Furlo), ein wertvolles Werk im romanischen Stil aus dem 5. Jahrhundert, und die Wallfahrtskirche von Peelingo (1820). Besonders hervorzuheben ist die traditionelle Gewinnung und Bearbeitung von Stein durch geschickte lokale Handwerker. In den Steinbrüchen werden auch Fossilien und Mineralien abgebaut, die wissenschaftliches Interesse erwecken und für Touristen eine gewisse Neugierde darstellen. Nur wenige Kilometer entfernt liegt das antike Dorf Acqualagna, das als Produktions- und Vermarktungsgebiet für die wertvollsten Trüffel Italiens bekannt ist: Der Termin für Feinschmecker ist die Nationale Trüffelmesse (erste Novemberhälfte). Die Landschaft und die Morphologie der Furlo-Schlucht ermöglichen es, die geologische Geschichte Italiens von vor mehr als 200 Millionen Jahren zu rekonstruieren: Die Felsen veranschaulichen wie ein Freiluftatlas die wichtigsten Formationen des umbrisch-märkischen Apennins. Die Wände der Schlucht bestehen aus den ältesten Gesteinen des Kalkmassivs, während man beim Aufstieg auf den Monte Pietralata alle höheren Formationen sehen kann: die Corniola, den Rosso Ammonitico (von Fossilienliebhabern sehr begehrt), die Knollenkalke, die Maiolica und die Scaglia.