Auch in La Spezia entstehen in der Mitte des 19. Jahrhunderts neue kulturelle und freizeitliche Bedürfnisse, die mit der Entwicklung einer expandierenden Stadt zusammenhängen. Der Bau des Stadttheaters, des ersten außerhalb der Stadtmauern errichteten Gebäudes, begann 1840 nach einem Projekt des genuesischen Architekten Ippolito Cremona. Die Einweihung fand am 18. Juli 1846 mit Giuseppe Verdis Ernani statt. Es begann eine Zeit intensiver theatralischer Aktivität. Das Theater, das 1862 durch einen Brand zerstört zu werden drohte, wurde zum kulturellen Zentrum der Stadt, in dem in den Räumen des so genannten "Casino Civico" gesellschaftliche Zusammenkünfte stattfanden, sowie zur ersten Keimzelle des späteren Stadtmuseums. Nach der Eröffnung des Politeama Duca di Genova im Jahr 1880 erfuhren die Theaterinitiativen eine plötzliche Verlangsamung: Trotz eines kurzen lyrischen Zwischenspiels, das zwar erfolgreich war, aber nicht weiterverfolgt wurde, gewann der Civico als Ort für Versammlungen, Konferenzen, Kundgebungen, Kunstausstellungen immer mehr an Bedeutung, bis er nach den Ereignissen des Ersten Weltkriegs nach und nach aufgegeben wurde. Anfang der dreißiger Jahre, mit dem Abriss des Politeama aufgrund der erneuten Stadtplanung, wurde das Civico wieder zum Haupttheater von La Spezia: komplett abgerissen und von Grund auf neu aufgebaut nach dem Entwurf des Architekten Franco Oliva, wurde es am 4. Februar 1933 mit Puccinis Tosca eingeweiht. Als Veranstaltungsort für Prosa, Ballett und Konzerte wurde es sofort als Kino konzipiert. Der Kinobetrieb endete 1987 wegen mangelnder Zugänglichkeit und von 1989 bis 1995 war das Theater wegen Restaurierung wieder geschlossen. Heute ist das Civico wieder das Stadttheater mit einem abwechslungsreichen Winterprogramm, einigen Sommerspielzeiten und einem wichtigen Jazzfestival.