Das Malatesta-Schloss in herrlicher Panoramalage beherbergt heute die Sammlung Tito Balestra, eine ständige Ausstellung italienischer Grafik und Malerei des 20. Jahrhunderts mit über 2000 Werken von Künstlern, die die Kunstszene vor dem Aufkommen der Pop Art und der amerikanischen Informal Art beherrschten. Unter den ausgestellten Werken stellt die Sammlung von Mino Maccari, einem der produktivsten Intellektuellen des letzten Jahrhunderts, den beeindruckendsten Korpus dar. Außerdem sind Werke von Giorgio Morandi, Renato Guttuso, Tono Zancanaro, Renzo Vespignani, Francisco Goya, Henri Matisse u.a. Besonders zahlreich sind die Werke von Mino Maccari, einem engen Freund des Dichters (er war Trauzeuge bei seiner Hochzeit) und einer wichtigen Figur der italienischen Malerei in der zweiten Hälfte des 20. Die 1903 entstandenen Werke, darunter Ölgemälde und Grafiken, zeugen von der Tätigkeit des toskanischen Künstlers von 1920 bis 1976 und bilden fast ein eigenständiges Museum. Die Entstehung der Sammlung ist vor allem auf den intensiven Austausch und die Freundschaft zwischen Tito und dem künstlerischen und kulturellen Universum der Nachkriegszeit zurückzuführen. Tito Balestra ist ein ganz besonderer Sammler, der sich von einer einzigartigen Leidenschaft und Sensibilität leiten lässt, fernab von Moden, Opportunismus und der rein ökonomischen Logik des Marktes. Seine Entscheidungen werden von nichts anderem beeinflusst als von seinem eigenen Geist und Geschmack, der ihn durch das Sammeln dazu bringt, seine eigene Poetik visuell zu integrieren. Er war ein echter Amateur, der in der Lage war, die Zeugnisse der Kunst zu sammeln, die sich oft kurz nach ihrer Entstehung auflösten: Es gibt in der Tat viele Skizzen, Nachgedanken und Fetzen der Produktion eines Künstlers, die Balestra wiederfand und eifersüchtig hütete, da er in ihnen den Mehrwert erkannte, den der Autor selbst ihnen verwehrte. Andere Werke wurden durch Geschenke, Tausch und Austausch in die Sammlung aufgenommen, seltener durch tatsächliche Ankäufe: ein Zeichen dafür, wie die Sammlung bei jedem Treffen erweitert wurde und wie sie heute wie damals eine Lebensreise voller Freundschaften und Leidenschaften darstellt. Ein Zuschauer, aber auch ein Protagonist einer großen Saison, der römischen, die die Jahre von 1946 bis 1976 abdeckt, dem Hauptteil der Sammlung, dem die wertvollen Werke ausländischer Autoren wie Perlen hinzugefügt werden.