Auf der Insel San Nicola im Tremiti-Archipel wurde die Wallfahrtskirche Santa Maria a Mare nach einer Legende erbaut: der des Einsiedlers, der die Jungfrau Maria sah und den Auftrag erhielt, ihr zu Ehren einen majestätischen Tempel zu bauen. Der Einsiedler auf den Hinweis der Madonna fand einen vergrabenen Schatz, mit dem das Heiligtum gebaut werden sollte. Die im Mittelalter errichtete Abtei wurde im 15. Jh. im Auftrag der Lateran-Chorherren umgebaut, die die ursprüngliche Fassade durch die heutige aus istrischem Stein ersetzten, während das Portal nun Reliefdarstellungen der Jungfrau Maria mit Heiligen und Cherubinen zeigt. Aus dem Mittelalter hat das Gebäude seinen rechteckigen Grundriss mit drei Schiffen bewahrt. Im Inneren werden einige Werke von großem künstlerischen Wert aufbewahrt, wie das Holzkreuz mit byzantinischen Formen, eine Holzstatue von Santa Maria a Mare und ein venezianisches Polyptychon aus dem sechzehnten Jahrhundert. Von außerordentlichem künstlerischem Wert ist der Mosaikboden, der im zentralen Teil des Gebäudes fast unversehrt geblieben ist: Er stammt aus dem Ende des elften Jahrhunderts und besteht aus sehr kleinen Steinen, die den Adler, den Greif und den Löwen darstellen, Embleme für die Stärke Christi.