Die 1195 errichtete Kirche San Silvestro weist, wie aus der Inschrift am Eingang hervorgeht, eine unvollständige Fassade auf, die wahrscheinlich aus zwei sich überschneidenden Ordnungen bestand und wie die Kirche San Michele auf der anderen Seite des Platzes mit einem Glockenturm gekrönt war. Unter dem horizontalen Rahmen, der mit Reliefs geschmückt ist, die verschiedene Jagdszenen, Drachen, Menschenbüsten und Tiere darstellen, befinden sich drei Fenster: ein Fenster mit Sprossen in der Mitte und zwei weitere an den Seiten. Zwillingssäulen aus recyceltem Marmor tragen das zentrale Fenster mit Zwischenpfosten, das reich mit Pflanzenmotiven verziert ist; die beiden anderen Fenster sind auf verdrehten Säulen angeordnet, deren Sockel aus umgedrehten Kapitellen bestehen. Das schöne, eingemauerte Portal ist mit Lebens- und Tierkampfszenen dekoriert. Das Innere, schlicht und streng, aber dennoch monumental, besteht aus drei Schiffen, die auf gedrungenen Säulen errichtet sind. Besonders bemerkenswert ist das für einen umbrischen Sakralbau ungewöhnliche zweifache Halbtonnengewölbe der Überlagerung der Mittelschiffe. Am unteren Ende des Kirchenschiffs erhebt sich das Presbyterium über der Krypta, klein und mystisch, in einem einzigartigen Strohhalm mit zwei Säulen, die die Kreuzgratgewölbe stützen. Die Stadt Bevagna und die Kirche San Silvestro dienten als Hintergrund für die Filmkulisse des dritten Films von Luciana Cavani, der S. Francesco gewidmet ist und 2014 auf Rai Uno ausgestrahlt wurde.