Die Grotte des Erzengels Michael, UNESCO-WELTERBE im Nationalpark Cilento und Vallo di Diano, befindet sich am Fuße einer Felswand unweit der Ortschaft Sant'Angelo a Fasanella (SA) und stellt das Symbol der christlichen Religiosität der Alburni-Berge dar. Aus historisch-archäologischen Untersuchungen, die im Laufe der Jahre durchgeführt wurden, geht hervor, dass die Höhle bereits in prähistorischer Zeit als Zufluchtsort genutzt wurde. Es wird angenommen, dass sie später zu einer religiösen Stätte wurde, die dem Kult des Wassers gewidmet war, und es ist leicht anzunehmen, dass das Vorhandensein von Stalaktiten und Stalagmiten im Inneren der Höhle als echte heilige Ikonen verehrt wurden, die wahrscheinlich als realisierte Figuren derselben Gottheiten wahrgenommen wurden. Einige Jahrtausende später wurde die Höhle zu einem christlichen Heiligtum, das dem Heiligen Michael geweiht war. Dies war das Schicksal der meisten Höhlen, die für religiöse Zwecke genutzt wurden. Sie waren in der Regel dem Kult des Heiligen Michael gewidmet, weil dies der Überlieferung nach dem Willen des Heiligen entsprach, dessen erste Erscheinung in einer Höhle stattgefunden haben soll. Der Kult des Heiligen Michael war in Kampanien und allgemein in Süditalien weit verbreitet, was auf die Anwesenheit der Langobarden zurückzuführen ist, die aus Nordeuropa kamen. Diese beschlossen, nachdem sie zum Christentum konvertiert waren, den heiligen Michael als ihren Beschützer zu wählen. Der Grund für diese Wahl liegt vielleicht darin, dass der Erzengel Michael, der Anführer der Miliz Gottes, der gegen die Horden des Satans gekämpft hatte, instinktiv mit Odin, dem altnordischen Gott und Beschützer der Krieger, in Verbindung gebracht wurde. Im Falle der Höhle von Sant'Angelo a Fasanella gibt es jedoch eine Legende, die ihre Entdeckung auf Manfredo, den Fürsten von Fasanella, zurückführt, der seinen Jagdfalken in eine Felsspalte eindringen sah, aus der eine bezaubernde Melodie kam. Und so kehrte der Prinz auf der Suche nach dem Falken mit einem Gefolge von Dienern zurück und entdeckte die Höhle. Im Inneren fand er einen Altar, hinter dem sich eine Wand befand, auf der er den Abdruck der Flügel des Erzengels Michael erkannte. Es wird gesagt, dass die Höhle von diesem Moment an dem Heiligen gewidmet war und zu einem Ort der Anbetung und Verehrung wurde. Die Silhouetten der auf den Felsen gemalten Flügel sind zwar noch im Heiligtum zu sehen, aber sie sind sicher nicht der einzige Schatz im Heiligtum. Ein wertvolles Portal aus dem fünfzehnten Jahrhundert, das mit ziemlicher Sicherheit von Francesco Sicignano, einem bekannten Bildhauer aus dem Cilento, geschaffen wurde, bildet den Eingang zur Wallfahrtskirche. Das Portal hat verzierte Kapitelle und die gemeißelten Figuren eines Löwen und einer Löwin im neoromanischen Stil. Im Inneren befindet sich rechts ein Brunnen mit neapolitanischer Keramik aus dem siebzehnten Jahrhundert und davor das in Stein gehauene Wappen der Familie Caracciolo. Der B