Das in einem Dominikanerkloster aus dem 13. Jahrhundert untergebrachte Unterlinden-Museum ist nicht nur die wichtigste kulturelle Einrichtung Colmars, sondern auch eines der berühmtesten Regionalmuseen Frankreichs. Es ist international bekannt für sein Meisterwerk: den Isenheimer Altar, ein atemberaubendes Polyptychon, das von Matthias Grünewald und Niclaus von Haguenau um 1512-1516 geschaffen wurde. Allein dieses Kunstwerk zieht jedes Jahr Tausende von Besuchern an und gilt als einer der kraftvollsten Ausdrucksformen der spätgotischen Sakralkunst.
Das Museum bietet jedoch weit mehr als nur diesen einen Schatz. Seine Sammlung umfasst Archäologie, mittelalterliche Skulpturen, Malerei der Renaissance, barocke Altarbilder und moderne Kunst, darunter Werke von Picasso, Dubuffet und Monet. Der alte Kreuzgang und die Kapelle des Klosters wurden von Herzog & de Meuron meisterhaft in einen modernen Erweiterungsbau integriert, der einen Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Stein und Licht schafft.
Eine weniger bekannte Kuriosität? Das Museum ist auch auf den Überresten antiker römischer Thermen errichtet worden. Diese archäologischen Funde sind in den Ausstellungspfad integriert und erinnern an die tiefen historischen Wurzeln Colmars. Sie können die Überreste sogar unter einem gläsernen Bodenabschnitt besichtigen.
Der Name des Museums, "Unterlinden", bedeutet "unter den Linden", eine poetische Anspielung auf seinen Gartenhof - ein friedlicher Ort der Besinnung nach der Erforschung von Jahrhunderten menschlicher Kreativität.
Ob Kunstliebhaber, Geschichtsinteressierter oder neugieriger Reisender, ein Besuch in Unterlinden ist unerlässlich, um den kulturellen Reichtum des Elsass und die Seele von Colmar selbst zu verstehen.